BRIEF_KASTEN
Anonymen Briefen sollte man keine Beachtung schenken. Wenn einer aber (ohne namentliche Zeichnung) von der Mailadresse des Heiligen Stuhls kommt, siegt die Neugier und man liest ihn doch. Zeitverschwendung. Denn es steht nichts Neues drinnen: Dass der deutsche Synodale Weg nicht befugt sei, Bischöfe und Laien „zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten“. Ja, und? Hat vielleicht ein deutscher Bischof mit Allergie gegen die Diskussionsforen seine Beziehungen in Rom dazu eingesetzt, dieses „Machtwort“ auszuschicken?
(Das ist Kaffeesudlesen!)
Eigentlich würde man sich aus dem Vatikan ein Dementi erhoffen. „Ein Hacker hat unsere Mailadresse genützt, um die Kirche mit sich selbst zu beschäftigen.“ Das kam nicht. Papst Franziskus warb um Teilhabe am weltweiten synodalen Prozess. Aber bitte nicht zu viel Teilhabe! Der Regensburger Bischof Voderholzer brachte es in seinem Lob für das anonyme Vatikan-Mail auf den Punkt. Er verlangt vom Synodalen Weg „Hören, Reden, Beraten und Beten auf der Basis der katholischen Glaubenslehre und nicht mit dem Ziel, sie zu verändern“. Nur keine Veränderung! Aber wozu dann „Synode“?
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