BRIEF_KASTEN
Nein, man merkt es nicht. Es scheint, als hätte die Menschheit ihre Lebenslust verloren. Von Ausgelassenheit keine Spur. Gut so. Ausgelassene Menschen wären gefährlich – im Fasching 2021. Wie wäre es mit Fasching einmal umgekehrt? Eingelassen statt ausgelassen. Und darum ginge es dann: sich auf sein eigenes Leben intensiver einzulassen als bislang versucht; selbst die kleinsten Dinge mit Intensität wahrnehmen; das Abenteuer Leben mit neuer Neugier versuchen. Auf diesem Faschingszug der Eingelassenen würde man Menschen finden, die sich nicht der oberflächlichen Raunzerei anschließen, dass alles nur schlecht gemacht und unzureichend geregelt wäre. Sie würden nicht für jede Unannehmlichkeit gleich Schuldige suchen wollen, sondern Sachen auch einmal locker nehmen. Aus jeder Situation würden sie versuchen, das Beste machen. Sich einlassen auf den Alltag eben – mit Lust und mit Zuversicht.
Es wäre schon schön, wenn bald auch wieder Ausgelassenheit zu erleben wäre. Doch erfüllender, vielleicht einträglicher und sogar lustiger ist das Talent zum Einlassen. Sich selbst und andere. Kein Faschingszug von Verdrossenen wäre das, sondern einer von Menschen, die ihre Freude innen tragen.
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