BRIEF_KASTEN
Sein Einsatz gehört ins Buch der Rekorde: Vier Jahrzehnte war der Rechtsanwalt Franz Gütlbauer in der Diözesanleitung der Katholischen Männerbewegung (KMB) tätig, 30 Jahre davon als Obmann, ehe er 2015 das Amt an Bernhard Steiner übergab. Sein Nachfolger würdigt ihn mit dem Hinweis auf das 2. Vatikanische Konzil: „Zukunftsweisend hat er die KMB im Sinne des Konzils positioniert.“ Was das konkret heißt, formulierte Gütlbauer selbst gegenüber der KirchenZeitung einmal so: „Wir treten für eine christliche Weite und Offenheit in der Kirche ein. Denn ein Glaube, der das Leben einengt, hilft keinem Menschen.“ Ebenso positionierte er die KMB gesellschaftspolitisch deutlich: mit der Forderung nach einem Grundeinkommen sowie dem Einsatz für Asylsuchende und die Bewahrung der Schöpfung. Das Zusammensein mit den Männern in den Pfarren war für Gütlbauer das Herzstück seiner Arbeit in der KMB. Sein Beruf als Rechtsanwalt führte ihn in die Welt der Wirtschaft und des Geldes. Dazu sagte er der KiZ: „Die Männer in den Pfarren haben mir geholfen, nicht abzuheben. Durch sie wurde mir immer vor Augen geführt, wie es dem überwiegenden Teil der Leute wirklich geht. Ich möchte meinen Männern dafür von Herzen danken. Ich habe all die Jahre mehr bekommen als gegeben.“ Margit Hauft, die langjährige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung und Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich, charakterisiert Gütlbauer als „glaubend, glaubhaft und glaubwürdig“. Zu Gütlbauers besonderen Anliegen gehörte auch die Entwicklungszusammenarbeit. Bis zu seinem Tod war er Vorsitzender der Aktion „Sei So Frei“. Peter Riegl, sein kommissarischer Nachfolger, betont: „Wir verneigen uns vor einem charismatischen Menschen und einem Vorbild an Gerechtigkeit, visionärem Denken und respektvollem Umgang.“ Gütlbauer hinterlässt seine Frau Olga und zwei erwachsene Kinder.
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