BRIEF_KASTEN
Kurz davor endete die Eintragungsfrist des Volksbegehrens „Ethik für alle“. Der Titel klang vielversprechend – wer könnte etwas gegen Ethik haben, für alle! Zum Schaden des Anliegens entpuppten sich Aussagen rund um das Volksbegehren als problematisch. Volksbegehren-Sprecher Eytan Reif nannte das Ergebnis von 160.000 Unterschriften (beachtliche 2,5 Prozent der möglichen Unterschriften) überwältigend und sah Umfragen bestätigt, nach denen 70 Prozent der Österreicher/innen das Anliegen unterstützen. Reifs Überzeugung, dass der konfessionelle Unterricht Kinder ethnisch trenne, missachtet, dass „ethnisch“ ein veraltetes Konzept ist und schon gar nicht mit Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen dürfte aber nicht das Ziel sein, sondern die Abschaffung des Religionsunterrichts (aller Konfessionen) an Schulen. Zur Vorbeugung des Missbrauchs von Begriffen wie „christliches Abendland“ oder „islamisches Recht“ ist der Grazer Versuch vielversprechender.
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