BRIEF_KASTEN
Schwer zu sagen ist, was das ausmacht, dass man bestimmten Melodien weihnachtlichen Charakter zuschreibt, während man andere für alltäglich hält. Unverkennbar duften und klingen sie weihnachtlich. Wohlgerüche sind es gewöhnlich, schöne, erhebende Klänge. Etwas Kindliches mutet Weihnachtsliedern oft an, und Gebackenes aus der vorweihnachtlichen Küche kitzelt die Gaumen der Kinder wie jene der Alten. Mit den weihnachtlichen Düften drängelt sich etwas wie Sehnsucht in die Nase: dass es doch gut wird. Und man hört ihn auch gern, diesen anderen Ton, der unter Menschen doch möglich wäre: der göttliche Zuspruch von Rettung, vom Gutwerden des Lebens. Ob ein weihnachtliches Gebäck gut ist, ist keine Sache einer großartigen Erkenntnis: Es genügt, dass es schmeckt. Und beim Lied: Melodien versteht man nicht. Man empfindet sie. Sie nehmen einen mit.
Ob vielleicht auch die göttliche Botschaft gar nicht so sehr eine Sache nüchternen Verstehens und Entscheidens ist – eher eine lockende Melodie, der man folgt, ein Duft, der aus der himmlischen Küche zieht? Jesus, den man erwartet, hat den Himmel als Festmahl erzählt.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>