BRIEF_KASTEN
Das Wiener Naturhistorische Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung an Mineralien. Dezent beleuchtet kommen die vielen Exponate in den schönsten Farben und Formen zur Geltung. Man müsste schon große Sachkenntnis und ein gutes Gespür für solche mineralische Schönheiten haben, wollte man sie selbst in freier Natur finden. Die meisten von ihnen zeigen sich nach außen ganz unscheinbar. Graues, raues Gestein. Nur, wer viel von der Sache versteht, ahnt ihre verborgene Schönheit. An wie vielen solchen Kostbarkeiten wird man im Lauf des Lebens schon achtlos vorbei- oder darüber hinweggeschritten sein?
Ob es mit der Kirche und mit dem Gottesglauben nicht ähnlich ist? Viele sind recht skeptisch geworden, ob da noch auf Zukunft zu hoffen ist. Es geht ihnen wie mir mit den Steinen: Das geschrammte, graue und staubige Äußere nehmen sie nur wahr. Den verborgenen Glanz, den Schatz im Inneren, ahnen sie nicht.
Vielleicht wird man bald deutlicher sehen, dass eine Welt, in der man sich vorrangig um Handel und Infrastruktur, um technischen und medizinischen Fortschritt, um Medienmacht und Finanzen kümmert, eine kalte Welt bleibt, wenn in ihr nicht die Kostbarkeiten leuchten, um die es im Glauben geht: Nächstenliebe und Gottesliebe, die sich des Schöpfers bewusst ist.
Das ist der kostbare und edle Kern des Menschseins: Da lässt man Arme und Schwache nicht einfach zurück. Man begegnet einander mit Achtung. Es gibt Vergebung. Es ist wie bei den Steinen: Von innen leuchten sie.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>