BRIEF_KASTEN
Unsere Katzen lieben den Sommer. Sie schnurren wohlig und legen sich auf den flirrenden Garagenvorplatz oder auf den stickigen Dachboden, wo es am heißesten ist und wirken dabei sehr tiefenentspannt.
Könnte soweit alles perfekt sein, doch so einfach ist es nicht. Denn die warmen Temperaturen laden dazu ein, sich in den Gärten der Nachbarschaft besonders heimisch zu fühlen.
Vor allem Lilly, die zutraulichste unserer Katzen, kommt dann tagelang nicht mehr nach Hause. Natürlich hat das „Fremdgehen“ eine Vorgeschichte, und die geht so, dass sie von ein paar älteren Damen in der Nachbarschaft schon seit dem Winter heimlich gefüttert und auch schon einmal eingesperrt wurde.
Nach einigen hitzigen Auseinandersetzungen über den Gartenzaun hinweg hat sich bei den Nachbarinnen so etwas wie eine späte Einsicht gezeigt, dass ihr Verhalten nicht okay war. Lilly findet aber inzwischen, dass wir uns ruhig etwas mehr um sie bemühen sollten.
Das Schauspiel wiederholt sich demnach folgendermaßen: Während sie auf einer fremden Terrasse liegt, rufen wir ihren Namen, sie kommt näher, wir wedeln mit den Leckerlis und nach frühestens drei bis vier Anläufen kommt sie mit.
Wenn sie uns in der Nachbarschaft demütigen wollte, hat die Katze jedenfalls ihr Ziel erreicht. Ich bilde mir ein, sie schaut am Ende sehr zufrieden drein. Ein Sieg in diesem Machtspielchen ist halt noch schöner als der Sommer.
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