BRIEF_KASTEN
Weltbekannt wurde Ingrid Betancourt, als die kolumbianische Armee sie 2008 aus der Gewalt der FARC-Guerilla-Bewegung befreite. Die Politikerin mischt derzeit im Präsidentschaftswahlkampf Kolumbiens mit. Für Betancourt hat die Kirche eine Schlüsselrolle im Friedensprozess des Landes.
Es waren mehr als sechs Jahre, die Ingrid Betancourt in der Gewalt der FARC-Guerilla verbrachte. Als die Politikerin 2002 bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien antrat, wurde sie während einer Wahlkampfreise von Rebellen verschleppt. Der christliche Glaube habe ihr während der Geiselhaft das Überleben ermöglicht, sagte sie nach ihrer Befreiung 2008 durch die kolumbianische Armee.
Nach dieser schwierigen Zeit verbrachte sie mehrere Jahre in Frankreich, bevor sie nach Kolumbien zurückkehrte. Nun ist sie dort politisch wieder aktiv. Im Jänner 2022 gab sie ihre Präsidentschaftskandidatur bekannt, die sie jedoch vor dem ersten Wahldurchgang Ende Mai zugunsten des parteilosen Rodolfo Hernandez zurückzog. Laut Umfragen habe er gute Chancen, die Stichwahl gegen den Linkskandidaten Gustavo Petro am 19. Juni zu gewinnen.
Seit Jahrzehnten leidet Kolumbien unter politischer Gewalt und sozialer Ungleichheit. 2016 hat die rechte Regierung mit der linken Rebellengruppe FARC einen Friedensvertrag geschlossen, der allerdings von der aktuellen Regierung um den Präsidenten Ivan Duque auf Eis gelegt wurde. Sowohl Betancourt als auch Hernandez und Petro sprechen sich für Friedensverhandlungen mit der noch aktiven ELN-Guerilla-Gruppe aus.
Nach Einschätzung Betancourts nimmt die katholische Kirche eine Schlüsselrolle im Friedensprozess ein. „Sie ist eine hoch angesehene Institution in Kolumbien“, habe in allen humanitären Angelegenheiten Präsenz gezeigt und sie sei tief in der Bevölkerung verwurzelt.
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