BRIEF_KASTEN
Josef und Maria suchen nach einem Platz für die Nacht. Hirten suchen nach einer merkwürdigen Nachtvision den Stall, in dem sie ein Wunder erleben würden. Reisende aus dem Morgenland sind auf der gleichen Spur. Herodes ist mächtig; er muss nicht selber fort, sondern lässt suchen. Man müsste die Bibel genauer erforschen, ob sich noch andere Stellen finden lassen, an denen so viel gesucht wird – als eben bei dem, was um die Geburt Jesu erzählt wird.
Dass Weihnachten eher als ein heimeliges Fest betrachtet wird, schöne Tage, an denen man es sich ein wenig gemütlich macht, trifft den Charakter des Festes nicht ganz.
Weihnachten erzählt weniger von einem Nachhausekommen, viel eher vom Fortgehen. Um Suchen geht es: die Christussuche. Der Spur folgen. Dem Stern nachgehen.
Wenn Menschen einander besuchen, aufsuchen, einander suchen, ist das ein zutiefst weihnachtliches Geschehen – so bedeutsam, wie das In-die-Mette-Gehen.
Die damals Jesus gesucht haben, mussten schnell sein. Er war nicht lange daheim, wenn man den Stall überhaupt ein Heim nennen kann. Es folgte die Flucht. Da war die Heilige Familie wieder eine Suchende. Nach Herberge. Nach Unterkunft. Weihnachten ist auch dies: Mach hoch die Tür, die Tor mach weit: für die Suchenden.
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