BRIEF_KASTEN
Viele wissen tatsächlich ein schweres, vielleicht auch trauriges Jahr hinter sich. Aber haben nicht Menschen immer Schweres zu tragen gehabt: Schicksalsschläge, eingestürzte Lebens-Hoffnungen? Glücklich der Mensch, der das Gute auch unter schwierigen und außergewöhnlichen Umständen und Zeiten entdecken und spüren kann.
Die Hoffnung auf bessere Zeiten neigt ein wenig zur Undankbarkeit der Gegenwart gegenüber. Als ob alles nur schlimm wäre! Was haben Menschen etwa zu den Jahreswechseln auf 1914 oder 1938/1939 hoffen und ersehnen dürfen – und wie ist es dann gekommen? Und haben sich – nicht nur damals – erhoffte bessere Verhältnisse als das Gegenteil herausgestellt?
Der Blick in die Zukunft ist für den Menschen verhangen – und das ist gut. Weder von den Zumutungen noch von glücklichen Fügungen, die die Zukunft bringen wird, haben wir jetzt schon Kenntnis. Dass die Zeiten besser werden, liegt nur sehr bruchstückhaft in der Hand einzelner Menschen. Doch sich für ein besseres Menschsein zu rüsten – das ist immer möglich. Behutsam leben. Rücksicht nehmen. Den Nächsten achten, vielleicht sogar lieben, wie es die Bibel nahelegt. Unter allen Umständen kann man es versuchen. Ein gutes Jahr ist jenes, in dem dies gelingt.
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