BRIEF_KASTEN
Wie exakt sie geschnitzt sind. Zur Zeit, als die gotischen Altäre – das gilt auch für die nun wieder viel mehr geschätzte Neugotik – entstanden, gab es noch keine elektrische Fräse und Säge. Jedes kleine Detail, oft dutzendfach in sich gewundene Girlanden und Zierelemente, deren Namen nur Fachleute kennen, von Hand gefertigt! Dabei ist hier nur von den Umrahmungen die Rede, welche die Figuren umgeben. Man muss nähertreten, um es wahrnehmen zu können: Wie viel Mühe und Sorgfalt stecken da im Detail.
Tritt man dann einige Schritte zurück, lässt sich das gesamte Kunstwerk in seiner Pracht mit neuer Achtung betrachten. Das kleine Detail am geschnitzten Altar – oder auch das einzelne Blütenblatt im gelben Ring einer Sonnenblume: Aus der Nähe betrachtet ist jedes für sich schon eine Pracht. Aber erst im Miteinander mit den vielen anderen ergeben sie das Gesamtbild des Altars – oder eben der Sonnenblume.
Es hat nicht jeder Mensch die gleiche Verantwortung und auch nicht dieselbe Aufgabe. Der Einzelne und die ganze Gesellschaft, der/die einzelne Christ/in und seine/ihre Gemeinde – wie sehr es auch hier auf jede/n Einzelne/n ankommt. Der Unterschied zwischen Haupt- und Nebenrollen verschwimmt. Man muss manchmal nähertreten, um es würdigen zu können, wie wertvoll die unscheinbaren Dienste von Menschen sind.
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