BRIEF_KASTEN
Eine Beunruhigung greift um sich – und erfasst sogar Leute, die sonst eher gelassen ihre Tage leben. Nicht einmal Brennholz ist leicht zu bekommen, der Preis: enorm.
Die aufgrund des Ukrainekriegs weltweite Versorgungkrise lässt spüren, wie wenig selbstverständlich ist, was man so selbstverständlich genommen hat: Es sei von allem und jederzeit genug da. Gerade das Nötigste – etwas zu essen und im Winter ein warmes Zuhause zu haben, und dass Friede ist – fraglich ist das geworden. Schnell richtet sich die Forderung an die Politik: Sie habe dafür zu sorgen, dass die Menschen die Krise möglichst wenig zu spüren bekommen. „Der Staat sind wir“ wird da allzu schnell vergessen.
Wir müssen lernen, anders zu leben. Mit weniger nämlich. Genügsamer, sparsamer. Kleiner auch oft. Und teilen, was da ist. Das vielfach verlorene Gespür, dass eben nicht alles jederzeit zu haben ist, gilt es neu zu lernen. Nicht nur Öl und Gas, auch viele andere Güter sind nicht unbegrenzt da. Wie viel an Rohstoffen die Menschheit über die Straßen und Meere der Erde verfrachtet – als gäbe es kein danach! Selbst Bausand ist weltweit ein rares Gut. Es ist nicht alles nur eine Frage des Preises. Die Beunruhigung ist heilsam – ein Stups an das Gewissen. Kehrt um! Das ist einer der Ursprungsimpulse des Christentums. Heraus aus der Sackgasse der Verschwendung.
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