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Wissenswertes zum Weltfrauentag

GESELLSCHAFT_SOZIALES

Die Geschichte des Internationalen Frauentags am 8. März ist bis heute wechselhaft.
 

Ausgabe: 10/2026
03.03.2026
- Monika Slouk
Veronika Wirth, Leiterin des kirchlichen Jugendzentrums 'STUWE'
Veronika Wirth, Leiterin des kirchlichen Jugendzentrums "STUWE"
© Diözese Linz / Frauenkommission / Laurenz Kaiser

Der Internationale Frauentag geht auf die Frauenbewegung am Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Ziel der Bewegung war das Wahlrecht für Frauen sowie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

 

Ein Teil der Ziele konnte erreicht werden (wie das Wahlrecht), ein Teil nicht (wie die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen, denn der Großteil der Entscheidungspositionen weltweit ist bis heute mit Männern besetzt). Der Ursprung des Weltfrauentags liegt in der sozialistischen Arbeiterinnenbewegung. 1975 griffen die Vereinten Nationen (UN) die Idee auf und richteten erstmals einen „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ein.

 

Umdeutung im Kommunismus


Zur Zeit des Kalten Kriegs (1945 bis 1989) entwickelte sich der Internationale Frauentag in den Ostblock-Staaten zu einem Tag der Staatsideologie. Einerseits wurde gefeiert, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern bereits umgesetzt war – was nicht den gesellschaftlichen Tatsachen entsprach, aber einen weiteren Kampf für Gleichberechtigung verhinderte. Arbeitskolleginnen wurden von Männern mit roten Nelken beschenkt und mit (tendenziell sexistischen) Trinksprüchen bedacht. Kindergärten und Schulen produzierten Muttertagsgeschenke. In der westlichen Welt wurde der Internationale Frauentag während dieser Zeit kaum erwähnt. Der Muttertag im Mai konnte im manchen Aspekten als Gegenstück betrachtet werden. Der Muttertag war auch in der Zeit des Nationalsozialismus anstelle des Weltfrauentags begangen worden.

 

Umdeutung im Kapitalismus


Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde die Idee des Weltfrauentags von der Frauenbewegung wieder aufgegriffen, um auf nach wie vor bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen und dagegen aufzutreten. Ab den 2000er-Jahren entdeckten immer mehr Konzerne und Geschäftsleute den Frauentag als Werbemöglichkeit (neben anderen Anlasstagen wie Weihnachten, Halloween, Valentinstag oder Muttertag). In diesem Zwiespalt steht der Frauentag auch 2026. Während er vom Ursprung her Frauen (und immer mehr auch Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann erleben) zu größerer Sichtbarkeit als Mitbürgerinnen verhelfen soll, werden gleichzeitig Frauen in erster Linie als Konsumentinnen betrachtet.

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