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Im Caritas-Seniorenwohnhaus in Bad Hall ist abends noch lange nicht Schluss. Während in anderen Seniorenwohnheimen frühe Essens- und Schlafenszeiten üblich sind, wird in Schloss Hall noch Bingo gespielt, gekegelt oder gemeinsam ein Film angeschaut. Zuletzt besuchten einige Bewohner/innen – die älteste war 99 Jahre alt – ein Volksmusikkonzert von Marc Pircher. Das ist möglich, weil die zeitlichen Strukturen im Haus verändert wurden. Das brachte aber auch längere Abenddienstzeiten mit sich – eine Herausforderung für die über 100 Mitarbeiter/innen. Fast alle sind Frauen.
„Sie nehmen die neuen Arbeitszeiten wegen der positiven Effekte für die Bewohner in Kauf“, sagt Angelika Krallinger. Die Leiterin von Schloss Hall schätzt es, dass die Teams ihre Spät- und Wochenenddienste reibungslos regeln. Jene mit kleineren Kindern arbeiten zum Beispiel während des Schuljahres seltener abends und dafür mehr am Wochenende, wenn die Kinder familiär betreut werden können. In den letzten Jahren wurde kein zusätzliches Personal eingestellt. Trotzdem haben die Mitarbeiter/innen viel Neues auf den Weg gebracht. Angelika Krallinger möchte ihnen für ihr Engagement etwas zurückgeben. Dazu gehört, dass deren Kinder nachmittags mit ins Seniorenwohnhaus kommen können. Ein Team kümmert sich täglich um Aktivitäten für die Seniorinnen und Senioren. Dann wird auch häufig mit den Kindern gebastelt, gespielt und gesungen. „Kinderbetreuungseinrichtungen haben oft nicht nach den Bedürfnissen arbeitender Eltern geöffnet“, sagt Angelika Krallinger, die selbst noch schulpflichtige Kinder hat. Sie möchte diese Lücke schließen. Die betriebliche Kinderbetreuung hilft aber nicht nur den Frauen. Sie bringt auch eine familiäre Struktur ins Haus. Die Älteren kommen mit den Jungen in Kontakt und umgekehrt. Dazu gehört auch manchmal eine Beschwerde über zu lautes Fußballspielen im Gang.
Das nächste Projekt ist ein Sommercamp in Schloss Hall. Die Mitarbeiter/innen haben die Möglichkeit, ihre Kinder einen Monat lang von angehenden Kindergartenpädagoginnen betreuen zu lassen. Die Anmeldungen treffen erst langsam ein, sagt Angelika Krallinger. Sie ist sich aber sicher, dass auch diese Neuerung einmal ganz selbstverständlich sein wird.
Zur Sache
Die Landesregierung hat im vergangenen März beschlossen, die „Frauenstrategie für Oberösterreich 2030“ als Grundlage für eine moderne Frauenpolitik heranzuziehen (KiZ Nr. 10/2018). Damit soll in den kommenden zwölf Jahren eine Gleichstellung von Mann und Frau in allen Lebensbereichen erreicht werden. Die Strategie beruht auf einer Studie, für die 2000 Frauen und Männer nach den für sie wichtigen Themen befragt wurden. Die Ergebnisse wurden in acht Themenfelder zusammengefasst:
1. Beruf und finanzielle Absicherung
2. Familie, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen
3. Frauen in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlüsselpositionen
4. Frauen in der Wissenschaft
5. Frauen im ländlichen Raum
6. Frauen und Gesundheit
7. Frauen in den Medien
8. Wertschätzung und Frauensolidarität
Die KirchenZeitung stellt die Themenfelder im Laufe des Jahres vor, beginnend mit „Familie und Kinderbetreuung“ (siehe Artikel links). Laut der „Frauenstrategie“ sollen folgende Maßnahmen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden: Neue Karenz- und Arbeitszeitmodelle wie geteilte Elternschaft oder mehr Anreize für die Väterkarenz sollen die Gleichstellung ermöglichen. Die Kinderbetreuung soll bedarfsorientiert und flächendeckend ausgebaut werden, z.B. durch die Förderung von betrieblicher Kinderbetreuung im Sommer oder den Ausbau der Oma- und Opadienste.
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