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Bei der Veranstaltung „Jugend im Dialog“, die am 19. Mai bereits zum sechsten Mal in der Arbeiterkammer in Linz stattfindet, bekommen arbeitssuchende junge Menschen eine Plattform für ihre Anliegen, Ideen und Erwartungen. Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Wirtschaft hören zu, fragen nach und diskutieren mit. „Viele Jugendliche, mit denen wir arbeiten, haben das Gefühl, dass auf sie vergessen wird. Das belastet sie sehr“, erzählt Lisa Weingartsberger, Referentin für Lebenswelt, Arbeit und Gesellschaftspolitik beim Team Jugend der Diözese Linz.
Ähnlich formuliert es Peter Habenschuß, der als Jugendleiter und Betriebsseelsorger ebenfalls stark in die Vorbereitung der Veranstaltung involviert ist: „Den arbeitssuchenden Jugendlichen fehlt oft die Möglichkeit mitzureden. Gerade deshalb ist Jugend im Dialog so ein erfolgreiches Format, weil sie dort endlich gehört werden.»
Die größte Errungenschaft von Jugend im Dialog sei wohl, dass das Jugendticket-Netz mittlerweile im Regierungsprogramm steht, findet Lisa Weingartsberger. Analog zu Schüler:innen und Lehrlingen soll auch arbeitssuchenden Jugendlichen sowie Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrausbildungen eine kostengünstige Netzkarte für den gesamten öffentlichen Verkehr in Oberösterreich zur Verfügung stehen. „Die Umsetzung wäre für 2026 geplant. Wir hoffen natürlich, dass das bald Realität wird“, sagt Lisa Weingartsberger.
Auch Peter Habenschuß sieht nachhaltige Auswirkungen der Veranstaltung: „Manche Aussagen der Jugendlichen von der Veranstaltung bleiben Politikerinnen und Politikern noch Monate später im Gedächtnis und werden weiterzitiert. Das ist ein wichtiger erster Schritt: Jugendliche werden wahrgenommen.“
Im Vorfeld der Veranstaltung haben sich Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren aus arbeitsmarktpolitischen Projekten an mehreren Workshops beteiligt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Themenpalette sehr breit ist, mit der sich die Jugendlichen beschäftigen. Dazu gehöre auch, dass die mentale Gesundheit stärker berücksichtigt werden sollte, wie Peter Habenschuß erklärt. „Viele Jugendliche kämpfen außerdem damit, dass sie auf ihre zahlreichen Bewerbungen oft nicht einmal eine Antwort erhalten“, sagt er.
Sehr kritisch sehen Lisa Weingartsberger und Peter Habenschuß, dass Jugendbeschäftigungsprogramme derzeit stark gekürzt werden oder überhaupt aufhören müssen. „Das ist der völlig falsche Bereich für Einsparungen. Diese Projekte sind Investitionen in die Zukunft junger Menschen. Wenn Jugendliche einen Arbeitsplatz finden, profitieren letztlich auch Staat und Gesellschaft davon. Und dass gerade dort und auch bei Unterstützungsangeboten für psychische Gesundheit gekürzt wird, ist sehr problematisch“, sagt Lisa Weingartsberger.
Wieso es für qualitätsvolle Arbeit mit arbeitssuchenden Jugendlichen viel Zeit und Ressourcen braucht, erklärt Peter Habenschuß: „Bevor Jugendliche überhaupt eine Lehrstelle finden, gibt es oft viele andere Themen, die zuerst aufgearbeitet werden müssen. Dafür braucht es Zeit und intensive Begleitung. Viele Jugendliche müssen erst wieder lernen, Struktur in ihren Alltag zu bringen – etwa regelmäßige Tagesabläufe, Pünktlichkeit oder den Umgang mit Kolleginnen und Kollegen.
„Jugend im Dialog“ ist ein Kooperationsprojekt von Arbeiterkammer Oberösterreich, mensch & arbeit, Bischöflicher Arbeitslosenstiftung, Team Jugend und junge Erwachsene / Katholische Jugend OÖ sowie Lehrlings- und Jugendzentrum ZOOM. Das Format findet einmal jährlich statt.
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