Sozialratgeber

Download hier >> oder Sozialratgeber KOSTENLOS bestellen unter office@kirchenzeitung.at oder telefonisch: 0732 / 7610 3944.
Ruzica Milicevic musste wegen des Krieges ihr Herkunftsland Kroatien im Jahr 1992 verlassen. Es war ein Krieg, in dem auch die Unterschiede zwischen christlicher und muslimischer Religion eine Rolle spielten. Wenn Religionen die Ursache für Kriege sein können, dann liegt in ihnen auch die Lösung, dachte Ruzica Milicevic, die in Bad Ischl lebt und arbeitet. Sie nahm Kontakt zur islamischen Kultusgemeinde auf. Christ/innen und Muslim/innen sollten einander kennen- und verstehen lernen. Am 22. Juni feierte der Interreligiöse Dialog (siehe Kasten) nun sein zehnjähriges Bestehen.
„Meine Motivation war egoistisch“, sagt Ruzica Milicevic, „ich wollte, dass solche Konflikte nie wieder passieren.“ Der Interreligiöse Dialog könne nicht die ganze Welt retten. Aber alle Beteiligten können die Welt im Blick haben und trotzdem im Kleinen etwas bewegen, ist auch Mona Fareed von der islamischen Kultusgemeinde überzeugt. Die gebürtige Pakistanin lässt sich von einem Kapitel im Koran, der Sure 49, inspirieren: „Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt.“
Der Interreligiöse Dialog hat in den zehn Jahren viel bewegt. Religionslehrer/innen und Schüler/innen besuchten Kirche und Moschee. Workshops, Lesungen und Vorträge, interreligiöse Wanderungen und gegenseitige Einladungen zu Festen haben stattgefunden. Im vergangenen Jahr haben im Bad Ischler Sisipark Christ/innen und Muslim/innen erstmals miteinander gebetet. Ruzica Milicevic und Mona Fareed haben das zuvor schon einmal im privaten Rahmen versucht. Es war eine zutiefst spirituelle Erfahrung. Der Glaube an den einen Gott verbindet den christlichen und den muslimischen Glauben. Gegenüber den Unterschieden wünscht sich Ruzica Milicevic mehr Gelassenheit: „Denn allein erreichen wir nichts.“
Im Rahmen des Interreligiösen Dialogs zwischen Christentum und Islam in Bad Ischl arbeiten seit 2008 Volkshilfe (ReKI – Regionales Kompetenzentrum für Integration und Diversität Gmunden und Projekt Wohnen im Dialog), Katholisches Bildungswerk, Pfarrbücherei, Katholische Frauenbewegung, katholische und evangelische Pfarre und islamische Glaubensgemeinschaft zusammen. Dadurch sollen Missverständnisse, Ängste und Vorurteile abgebaut und ein besseres gegenseitiges Verständnis gefördert werden. Die Basis dafür sind gemeinsame ethische Werte. Religion wird als verbindend und nicht als trennend gelebt.
Ruzica Milicevic unterstützt gerne bei der Gründung eines Interreligiösen Dialogs: Tel. 0676/87 34 70 81 (Regionales Kompetenzzentrum für Integration, Volkshilfe OÖ).
Sozialratgeber

Download hier >> oder Sozialratgeber KOSTENLOS bestellen unter office@kirchenzeitung.at oder telefonisch: 0732 / 7610 3944.
Erfahrungen aus dem Alltag mit einem autistischen Jungen >>
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>