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Schatz, lass uns übers Geld reden

LEBENS_WEISE

Ein zweckmäßiger Umgang mit Geld in der Partnerschaft fördert die finanzielle Gesundheit. Wichtig ist, offen und rechtzeitig darüber zu sprechen und vereinbarte Regeln und Ziele immer wieder anzupassen.  

Ausgabe: 13/2025
25.03.2025
- Lisa-Maria Hammerl
Regelmäßig, offen und vertrauensvoll in der Beziehung über Geld zu sprechen, beugt Problemen vor und sorgt für finanzielle Gesundheit.
Regelmäßig, offen und vertrauensvoll in der Beziehung über Geld zu sprechen, beugt Problemen vor und sorgt für finanzielle Gesundheit.
© Olga Yastremska, New Africa, Africa Studio

Es ist ein emotionales, aber wichtiges Thema: Geld in der Partnerschaft. Eine Menge Probleme können durch den ungeschickten Umgang damit entstehen und die Beziehung unnötig belasten, weiß Thomas Berghuber, Geschäftsführer der Schuldnerberatung OÖ, die auch Budgetberatung anbietet: „Paare sollten unbedingt über Geld sprechen, und das möglichst früh und offen. Es darf kein Tabuthema sein.“ Schulden oder der Verlust der Arbeit sollten niemals verschwiegen werden. 


Ein Gespräch über das Thema Geld miteinander zu starten, ist nicht leicht. Das Team von Bildung & Beratung Geldleben, einem Projekt von Three Coins (Verein zur Förderung von finanzieller Bildung), hat deshalb einige mögliche Fragen zum Gesprächseinstieg gesammelt: Was ist dir beim Umgang mit Geld wichtig? Was würdest du tun, wenn du unendlich viel Geld hättest? Was wäre, wenn du viel Geld verlieren würdest, welche Dinge sind dir trotzdem wichtig? Wie ist deine Familie mit Geld umgegangen?

 

Spätestens wenn es ums Zusammenziehen geht und somit gemeinsame Ausgaben entstehen, wird dies ein Thema.  Aber auch wenn sich im Leben etwas ändert: ein Urlaub oder Hauskauf wird geplant, ein Kind will studieren, der Partner wird krank. Die Offenheit solle auch in Bezug auf die Kinder gelten, sagt Berghuber: „Die Kinder dürfen wissen, wie viel die Eltern verdienen, was Kindergarten oder Urlaub kosten.“

 

Haushaltsbuch führen


Um einen Überblick zu gewinnen, was das (gemeinsame) Leben eigentlich kostet, empfiehlt Berghuber das Führen eines Haushaltstagebuchs von mindestens einem Monat. Alle nennenswerten Ausgaben werden darin notiert, sodass am Ende des Monats klar ersichtlich ist, was wofür ausgegeben wurde und wie viel übrig bleibt. Darüber hinaus sollten die Partner:innen wissen, wie viel der bzw. die andere verdient. Dieses Einkommen sollte fair verteilt werden.

 

Ein Patentrezept dafür gibt es nicht, da die jeweilige Situation natürlich unterschiedlich ist. Jedes Paar muss sich seine eigenen Regelungen aufstellen und Vereinbarungen treffen. Wird alles zur Hälfte geteilt oder aliquote Anteile übernommen? Wer übernimmt die Miete, Autoversicherung, Lebensmittel, Kindergarten usw.? Die Expert:innen von Geldleben und auch Thomas Berghuber von der Schuldnerberatung empfehlen, eine Lösung zu finden, die beide Partner:innen als fair erachten und mittragen. Auch das jeweilige Kaufverhalten sollte berücksichtigt werden. 

 

Anpassungen vornehmen


Besonders wichtig dabei ist laut dem Berater, dass die Vereinbarungen angepasst werden, wenn sich die Situation ändert. Er gibt das Beispiel eines Paares, wo der Mann der Frau vorwarf, mit dem Haushaltsgeld nicht auszukommen. In der Beratung kam dann heraus, dass dies nicht an ihr liegt, sondern an den gestiegenen Lebensmittelkosten, an die das vor Jahren vereinbarte Haushaltsgeld nie angepasst wurde.


Kontomodelle


Eine wichtige Frage ist, wo das Geld liegen soll. Ein gemeinsames Konto scheint am unkompliziertesten, kann aber im Falle einer Trennung zu Konflikten führen. Zudem müssen Konsumentscheidungen immer gemeinsam ausgehandelt werden.

 

Berghuber rät zu getrennten Konten, um auch in der Partnerschaft die eigene finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. „Dann kann vereinbart werden, was von welchem Konto gezahlt wird. Jeder sollte über sein Geld frei verfügen können und einen festgelegten Betrag zur Verfügung haben, über den er oder sie keine Rechenschaft ablegen muss.“

 

Eine dritte Möglichkeit ist das Drei-Konten-Modell, wo es zusätzlich zu den eigenen Gehaltskonten noch ein drittes gibt, auf das beide Partner:innen einen Anteil einzahlen und von dem gemeinschaftliche Kosten gedeckt werden. Ein Manko dieses Modells ist, dass durch das zusätzliche Konto höhere Kontoführungsgebühren entstehen können, wie die Geld-
leben-Expert:innen anmerken.


Erreichbare Ziele setzen


Das regelmäßige Gespräch über Geld bildet die Basis dafür, über langfristige Ziele und Wünsche zu sprechen. „Es ist eine Grundsatzentscheidung, ob man auf etwas hinsparen will oder das Geld ausgeben möchte, aber ohne Schulden zu machen“, sagt Thomas Berghuber.

 

Hat sich das Paar für ein Sparziel entschieden (einen Hauskauf beispielsweise), sollte festgelegt werden, welchen Zeitraum es sich setzt bis zur Zielerreichung, welches Budget dafür aufgewendet werden muss und wer welchen Beitrag dazu leistet, rät das Team von Geldleben. Für die passende Sparform gelte folgende Faustregel: Ein gemeinsames Sparkonto passt gut zu einem kurz- bis mittelfristigen Sparziel, längerfristige Sparziele (ab zehn Jahren) können auch über Investitionen auf dem Kapitalmarkt erreicht werden. 

 

Sparpotenzial finden


Der Berater hat auch Tipps, was man tun kann, wenn die Ausgaben die Einnahmen überschreiten. Zunächst sollte nach Chancen gesucht werden, mehr zu verdienen: „Gibt es die Möglichkeit, mehr zu arbeiten, Beihilfen zu bekommen, Unterhaltsansprüche oder Schulden einzufordern?“ Oder man prüft, wo eingespart werden kann: „Kann auf eines der Autos verzichtet und stattdessen Carsharing genutzt werden? Gibt es Geldfresser, die man weglassen kann? Hilft der Umzug in eine kleinere Wohnung?“ Wichtig ist, dass die Entscheidung  gemeinsam getroffen wird und jeder sie mittragen kann. 


Nützliche Links:

 

www.ooe.schuldnerberatung.at

 

geldleben.at

 

www.letsempoweraustria.at

 

finanzbildungsportal.at/geld-und-beziehungen

 

 

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