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Ob wir alt werden oder nicht, liegt nicht in unserer Hand. Es gibt zu viele Faktoren, die ungewiss sind: etwa genetisch bedingte Krankheiten oder Unfälle, die wir nicht vorhersehen können.
Die wenigsten denken in jungen Jahren daran, dass vielleicht ihr Essverhalten, Alkohol, Nikotin, zu wenig Bewegung oder fehlender Arbeitsschutz langfristig negative Folgen für ihre Gesundheit haben können.
Es zahlt sich immer aus, auf die eigene Gesundheit zu achten. Das Ziel muss nicht sein, die Jugend zu verlängern oder gar nicht alt zu werden, sondern bis ins hohe Alter möglichst gesund zu sein im Sinne von „sich wohl fühlen“ und selbstbestimmt leben zu können.
Nicht das Altern verhindern, sondern möglichst lange in guter Lebensqualität leben zu können, dafür verwenden Fachleute den Begriff „Healthy Aging“, also „Gesundes Altern“.
Die wichtigsten Faktoren dafür sind: „regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf, geistige Aktivität und soziale Teilhabe,“ erklärt Christian Lampl, Leiter der Abteilung Neurologie mit Schlaganfall-Einheit und Akutgeriatrie (Altersmedizin) am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz. Das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien.
Die wirksamste Maßnahme für die Gesundheit ist Bewegung. Sie wirkt positiv auf Herz und Kreislauf, regt den Stoffwechsel – also die Verdauung – an und fördert den Erhalt von Muskeln und Knochen. Bewegung kann sogar das Risiko zahlreicher genetisch bedingter Krankeiten senken, und am wichtigsten: Wer in Bewegung ist, zögert Altersgebrechlichkeit hinaus.
Bewegung regt aber auch das Gehirn an. Seine Durchblutung wird angeregt und es bildet Stoffe, die wiederum neue Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen schaffen. Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ stimmt also nicht nur für Gelenke und Muskeln, sondern auch für den Geist. „Dabei geht es nicht um Höchstleistungen“, erklärt der Neurologe, „sondern um Regelmäßigkeit.“
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, lautet ein Sprichwort. Das ist inzwischen eindeutig widerlegt. Das menschliche Gehirn kann sich bis ins hohe Alter anpassen, also lernen. Fachleute nenne diese Fähigkeit „Plastizität“. Ganz im Gegenteil lautet daher die Aufforderung: etwas Neues lernen, Bewegungsabläufe „ungewohnt“ abändern, geistige Herausforderungen suchen! Das fördert neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen.
Diese „geistigen Reserven“ brauchen wir bis ins hohe Alter, um uns an neue Umstände und Situationen anzupassen. Und nichts anderes ist das Altern an sich. Altersbedingt verändert sich der Körper und das, was wir mit ihm machen und wie wir es tun können.
Ein weiterer wichtiger Faktor für unsere Gesundheit ist ausreichend Schlaf. Der Körper ist nicht untätig, während wir schlafen. Wir verarbeiten, was wir erlebt haben, manches wird als Erinnerung gespeichert.
Stoffwechselprodukte – „Abfall“ – wird aussortiert. Wer dauernd zu wenig schläft, schädigt Körper und Geist und vermindert deren Leistungsfähigkeit.
Gesundheit braucht eine ausgewogene Ernährung: viel Gemüse, Obst, Ballaststoffe (z. B. Vollkornprodukte) und ausreichend Flüssigkeit.
Es ist nicht nur der Körper, der Bedürfnisse hat. Soziale Teilhabe, also Kontakt mit anderen Menschen, das Gefühl gebraucht zu werden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen gehören genauso zum guten Leben und sollten nicht vernachlässigt werden.
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