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Vatikan: Frauenfrage als „Zeichen der Zeit“

WELTKIRCHE_

Der Vatikan hat eine Studie veröffentlicht, die die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringend bezeichnet. 
 

Ausgabe: 12/2026
17.03.2026
- Andrea Mayer-Edoloeyi
Silvia Aichmayr, Betriebsseelsorgerin der Voestalpine Linz, feiert Wort-Gottesdienst.
Silvia Aichmayr, Betriebsseelsorgerin der Voestalpine Linz, feiert Wort-Gottesdienst.
© Diözese Linz / Frauenkommission / Franz Litzlbauer

Die während der Weltsynode (2023/2024) von Papst Franziskus in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt, dass viele Frauen ein Unbehagen über ihre geringe Teilhabe am Gemeindeleben empfinden – auch im Vergleich zu ihren Möglichkeiten im gesellschaftlichen Leben.


Wörtlich heißt es: „Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen.“ Die Studiengruppe bezeichnet die Frauenfrage als „Zeichen der Zeit“ und fordert einen Mentalitätswandel in der Kirche. Zugleich wird betont, dass Frauen auch ohne Weiheamt Führungsaufgaben übernehmen können, wie aktuelle Ernennungen im Vatikan zeigten.

 

Anerkennung für Frauen


Positiv reagierte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (KFB), Angelika Ritter-Grepl: „Die lange erwartete Untersuchung bringt Transparenz zur gegenwärtigen Situation der Frauen in der Kirche, ist Anerkennung für das Wirken der Frauen und Auftrag für die Zukunft.“ Die Studie verweise auf die wechselseitige Bereicherung von Frauen und Männern in der Kirche ohne stereotype Eigenschaftszuordnungen. 


Auch die Erzbischöfe Lackner und Grünwidl begrüßen das Dokument. Lackner sprach von einem „ernst zu nehmenden Aufbruch“, Grünwidl erinnerte an das Verhalten Jesu: „Frauen waren in seinem Gefolge, eine öffentlich bekannte Sünderin durfte ihn berühren und nicht ein Apostel, sondern Maria von Magdala, eine Frau, war die erste Zeugin der Auferstehung.“ Und er fügte wörtlich hinzu: „Ich vertraue darauf: Unsere Kirche wird jesuanischer und evangeliumsgemäßer, wenn wir synodal – gemeinsam auf dem Weg – sind, mehr auf die Stimmen der Frauen hören und sie in Entscheidungsprozesse einbeziehen.“

 

„Fünf nach zwölf“


„Einmal mehr können wir wahrnehmen, dass in der Frauenfrage Mut und Geduld gleichzeitig erwartet werden“, sagte Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Dabei sei es in der Frauenfrage „fünf nach zwölf“. Die österreichischen und deutschen Reformgruppen von „Wir sind Kirche“ begrüßten das Dokument vorsichtig positiv. 

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Beate  Mayerhofer- Schöpf
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Wort zum ­Evangelium_

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin 
und Referentin für Spiritualität im 
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