Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
Am Ostermontag (21. April) um 7:35 Uhr stirbt Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren im Vatikan an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Die Begräbnisfeier findet am 26. April in Rom statt. Beigesetzt wird er in der Basilika Santa Maria Maggiore. Franziskus (bürgerlich Jorge Mario Bergoglio) leitete die Weltkirche mit ihren rund 1,4 Milliarden Katholiken zwölf Jahre lang. Der aus Argentinien stammende frühere Erzbischof von Buenos Aires war seit 13. März 2013 der erste Lateinamerikaner im Papstamt. In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war er der erste Papst, der sich Franziskus nannte, und auch der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri. Franziskus leitete eine umfassende Reform der römischen Kurie ein und warb für eine flexiblere Anwendung der katholischen Sexualmoral. Für seinen Einsatz für Flüchtlinge, Arme und Andersgläubige genoss Franziskus auch außerhalb der Kirche großes Ansehen. Das Reformprojekt einer neuen Kirchenverfassung, die den Laien mehr Mitbestimmungsrechte geben sollte, bleibt durch Franziskus’ Tod unvollendet. Seine Amtszeit war überschattet von der andauernden Krise um sexuellen Missbrauch in der Kirche sowie einer verschärften Polarisierung zwischen Reformern und Konservativen in der Kirche. Auch die drei Jahre der weltweiten Corona-Pandemie (2020–2022) fielen in sein Pontifikat.

Nach dem Tod von Papst Franziskus wird der Augustiner Robert Francis Prevost am 8. Mai im vierten Wahlgang des Konklaves zum neuen Papst (267. Papst) der römisch-katholischen Kirche gewählt. Er nimmt den Papstnamen Leo XIV. an und ist sowohl der erste US-amerikanische als auch der erste peruanische Papst in der Geschichte der katholischen Kirche. In seiner Ansprache auf der Segnungsloggia des Petersdoms dankt er seinem Vorgänger Franziskus und würdigt ihn, und er setzt erste Signale für sein Pontifikat. Er strebe eine Kirche an, die Brücken baue, den Dialog suche und immer offen sei für „alle, die unsere Nächstenliebe, unsere Gegenwart, den Dialog und die Liebe brauchen“. Viele seiner Worte erinnern an seinen Vorgänger. Dessen wichtiges Projekt zu mehr Teilhabe aller Gläubigen in der Kirche hebt Leo XIV. explizit hervor.

Papst Leo XIV. ernennt am 17. Oktober Josef Grünwidl (62), bisheriger Apostolischer Administrator der Erzdiözese Wien, offiziell zum Nachfolger von Kardinal Christoph Schönborn. Der gebürtige Niederösterreicher und langjährige Pfarrer und Bischofsvikar bekommt für seinen seelsorgeorientierten, dialogbereiten und spirituellen Zugang viel Zuspruch. Die Bischofsweihe ist für 24. Jänner 2026 im Wiener Stephansdom geplant.

Franziskus ernennt am 6. Jänner die italienische Ordensfrau Simona Brambilla (59) zur Kurien-Präfektin der vatikanischen Ordensbehörde. Somit leitet erstmals eine Frau eine Vatikan-Behörde und hat damit eine der höchsten Positionen in der katholischen Kirche inne. Am 1. März beauftragt der Papst die ebenfalls aus Italien stammende Ordensschwester Raffaella Petrini (56) zur Regierungschefin des Vatikanstaats.
Auch in den Kirchen der Ökumene übernehmen 2025 Frauen Spitzenpositionen.
Bischof Michael Chalupka von der evangelischen Kirche A. B. in Österreich übergibt am 8. November sein Amt an Cornelia Richter (55). Sie ist nun die erste evangelisch-lutherische Bischöfin in Österreich.
Sarah Mullally, die bisherige anglikanische Bischöfin von London, wird am 3. Oktober zur neuen Erzbischöfin von Canterbury ernannt und damit nicht nur zur Nachfolgerin von Justin Welby, sondern auch zur höchstrangigen Frau in der Geschichte der anglikanischen Staatskirche.
2025 jährt sich zum 1.700. Mal das erste ökumenische Konzil, das in Nizäa (heute Iznik, Türkei) stattgefunden hat. Die Versammlung von 325, bei der rund 300 Bischöfe in der Residenz des römischen Kaisers Konstantin I. tagten, gilt als Schlüsselmoment in der Geschichte des christlichen Glaubens und ist wegweisend für die heutige Ökumene. Das Konzil endete mit dem nicänischen Glaubensbekenntnis, dem sogenannten großen Glaubensbekenntnis, das die Göttlichkeit von Jesus und die Wesenseinheit von Gott dem Vater, Jesus dem Sohn und dem Heiligen Geist (Trinität) bekräftigte. Zudem gilt die Festlegung eines gemeinsamen verbindlichen Osterdatums für alle Christen als weiterer Meilenstein des Konzils.
Eröffnet wird das Jubiläumsjahr der katholischen Kirche, das traditionell alle 25 Jahre stattfindet, am 24. Dezember 2024 mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom durch Papst Franziskus. Das Motto lautet „Pilger der Hoffnung“ und bietet weltweit allen Gläubigen eine Zeit des Gebets und der Vergebung. Im Zentrum stehen Wallfahrten nach Rom, besondere Gottesdienste und die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu erlangen. Schon jetzt plant der Vatikan ein neues Großereignis: den 2000. Jahrestag des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus im Jahr 2033.
Die von Papst Franziskus begonnene Weltsynode der katholischen Kirche für mehr aktive Teilhabe der Gläubigen wird unter Papst Leo XIV. bis Oktober 2028 fortgesetzt. Dies geht aus einem Grundsatz-papier hervor, das der Vatikan veröffentlichte. Das Papier trägt den Titel „Skizzen für die Umsetzungsphase der Synode 2025–2028“, die in fünf Phasen ablaufen wird. Autor ist der Chef des Synodensekretariats, Kardinal Mario Grech, der das Papier am 29. Juni mit Zustimmung von Papst Leo unterzeichnet hat. Als Abschluss und fünfte Phase ist im Oktober 2028 im Vatikan eine „allgemeine kirchliche Versammlung“ geplant. An mehreren Stellen spricht der Text von der aktiven Beteiligung von nicht geweihten Frauen und Männern an dem Prozess.
Das Zweite Vatikanische Konzil ist vor 60 Jahren, am 8. Dezember 1965, zu Ende gegangen. Wichtige Erklärungen wie z. B. „Nostra aetate“ („In unserer Zeit“) wurden verabschiedet. Das Dokument gilt als Meilenstein und Neuanfang in den Beziehungen der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, in denen es auch „Wahres und Heiliges“ gibt.
Im „Superwahljahr“ der traditionsreichen Männerorden kam es zu einem überraschenden Generationenwechsel in vielen Stiften, der altersmäßig mit dem Erzabt von St. Peter, Jakob Auer (34), angeführt wird. Neu an der Spitze ihres Klosters sind auch Patrick Schöder (Göttweig), Bernhard Eckerstorfer (Kremsmünster), Klaus Sonnleitner (St. Florian), Ludwig Wenzl (Melk), Alfred Eichmann (St. Lambrecht) und Norbert Mario Lesovsky (Geras); wiedergewählt wurden Pius Maurer (Lilienfeld) und Petrus Pilsinger (Seitenstetten).
Mit Sr. Franziska Madl wurde erstmals eine Ordensfrau an die Spitze der Österreichischen Ordenskonferenz gewählt. Sie bildet mit Anton Höslinger (Klosterneuburg) fortan das Führungsduo bei der Dachorganisation der Männer- und Frauenorden.
Ein anderes Duo wurde von Rom mit einem Spezialauftrag betraut: Seit Juni sind der Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder und die österreichische Ordensfrau Sr. Christine Rod mit der Apostolischen Visitation des Stifts Heiligenkreuz betraut.
Rom ist auch in einer anderen Sache am Zug: Weil es im Streit um die Bleibe und Altersversorgung der drei Augustiner-Chorfrauen vom Salzburger Kloster Goldenstein mit ihrem Apostolischen Kommissär, Propst Markus Grasl vom Stift Reichersberg, noch immer keine Einigung gibt, blicken alle auf das vatikanische Ordensdikasterium. Was mit einem Podcast im August begann, hat sich mittlerweile zu einem weit über Österreich hinausreichenden Medien-Hype entwickelt. Vor diesem Hintergrund hoffen viele auf Entspannung und eine gütliche Lösung der „Causa Goldenstein“.

Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
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