Juli 2014: Einen Monat nach dem Attentat von Sarajewo auf das Thronfolgerpaar erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg –
und löste damit eine „Kettenreaktion“ aus, die in kurzer Zeit Europa zum Kriegsgebiet machte. Ein dunkles Kapitel – nicht nur für die Politik, sondern auch für die Kirchen.
Bis über den „Zusammenbruch“ von 1918 hinaus rechtfertigen Österreichs Bischöfe den Krieg als „gerechten Krieg“ der angegriffenen Monarchie – und als „Strafgericht Gottes“, das Umkehr wirken soll.
„Die Kirchen haben vor 100 Jahren im Ersten Weltkrieg Partei ergriffen, aber nicht für den Frieden.“ Diese Kritik von Bischof Ludwig Schwarz aus Linz stand am Anfang der Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster, die sich vergangene Woche mit Religion und Gewalt beschäftigte.
Es sind die schärfsten Auseinandersetzungen seit der „Operation Wolkensäule“ 2012. Seit der Ermordung dreier jüdisch-israelischer Jugendlicher im Juni und der Verbrennung eines palästinensischen Jugendlichen bei lebendigem Leib – mutmaßlich als Vergeltung –, kommt der israelisch-palästinensische Konflikt nicht zur Ruhe.
„Ein Haus voll Glorie schauet“, hat Gisela Gensch auf das Titelblatt einer Broschüre geschrieben. Keine Prunkkirche, ein schlichtes, halbfertiges Haus ist zu sehen. Das wird die Kirche von Fujin, im äußersten Nordosten Chinas an der russischen Grenze, sein.
Siegessicher und gottesgewiss begleiteten die österreichischen Bischöfe den Kaiser in den Krieg. Und nach der „Urkatastrophe des Jahrhunderts“ (Kard. Schönborn) nahmen sie nichts zurück – weder ihre „Sündflut“-Predigten noch ihre Kriegsrechtfertigung.
„Die spannenden Fragen an die Theologie werden heute von den ,Rändern‘ her gestellt“, ist Ulrich Winkler überzeugt. Bei den Salzburger Festspielen moderierte er eine Gesprächsrunde über die „Mystik“ im Islam.