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Franziskus’ letzter großer Segen

WELTKIRCHE_

Das Totengeläut des Campanone, der größten Glocke des Petersdoms, begann am Ostermontag um 12 Uhr. Ein Mann brachte den Glockenschlägel händisch zum Schwingen. Die Botschaft: Der Papst ist tot.
 

Ausgabe: 17/2025
22.04.2025
- Severina Bartonitschek/red
Am Sonntag spendete Papst Franziskus noch den Ostersegen „Urbi et orbi“.
Am Sonntag spendete Papst Franziskus noch den Ostersegen „Urbi et orbi“.
© TIZIANA FABI / AFP / picturedesk.com

Franziskus war um 7.35 Uhr verstorben. Trotz schwerer Krankheit war der Zeitpunkt überraschend. Nicht einmal 24 Stunden vorher hatte der 88-Jährige noch den Ostersegen „Urbi et orbi“ vom Balkon des Petersdoms gespendet – wenn auch mit brüchiger Stimme. Danach fuhr er mit seinem Papamobil die Via della Conciliazione hinunter, grüßte Menschen, segnete Kinder. Rund 20 Minuten dauerte die Fahrt von Papst Franziskus durch die Menge. Es sollte sein letzter Auftritt sein.

 

Gebet für den toten Papst

 

Am nächsten Tag, kurz vor 10 Uhr, teilte Kardinalkämmerer Kevin Farrell den Tod des Oberhauptes von 1,4 Milliarden Katholik:innen mit. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Das Leben rund um den Vatikan lief weiter: Über die Ostertage ist Rom besonders stark besucht. Massen von Touristen, Pilgerinnen und Einheimischen spazierten an diesem freien Ostermontag durch die Stadt. Die Straße Richtung Vatikan sowie der Petersplatz sind überaus gut besucht. Wie an jedem anderen Tag besichtigen Touristen den Petersdom, schauen nach Souvenirs, beten und machen Selfies an dem berühmten Ort. Auch das größte katholische Pilgerereignis, das Heilige Jahr, geht weiter. Der Papst hatte es am Heiligen Abend 2024 eröffnet. Die Heilig-Jahr-Pilger nehmen auch am Ostermontag die für sie eingerichtete Route in den Petersdom.


Am Abend des Sterbetags dann das erste große Gebet für den verstorbenen Papst: Tausende kommen zum Petersplatz, um sich daran zu beteiligen. Kardinal Mauro Gambetti erinnert an Franziskus̛ Bitte: „Vergessen Sie nicht, für mich zu beten“.

 

Umtriebig trotz Krankheit

 

Franziskus war schon gesundheitlich geschwächt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Anfang des Jahres zog er sich Atemwegsinfektionen zu, die im Februar lebensbedrohlich wurden. So lange wie nie zuvor musste der Papst im Krankenhaus behandelt werden. Nach 38 Tagen wurde er entlassen und sollte sich weitere zwei Monate schonen. Doch in den vergangenen Wochen zog es ihn immer wieder zu den Menschen: Er besuchte den Petersdom und seine Lieblingskirche Santa Maria Maggiore, grüßte die Menschen nach dem Palmsonntagsgottesdienst und traf am Gründonnerstag Häftlinge eines römischen Gefängnisses.       

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Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin und leitet das Referat für Spiritualität  im Pastoralamt der Erzdiözese Wien .

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