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Mein Ordensname ist kein Zufall

Kirche OÖ

„Das Feuer des Glaubens in das Herz der Menschen zu legen, ist mein großes Anliegen“, sagt Lukas Dikany. Als Wahlspruch für sein Wirken als Abt hat er ein Wort aus dem Lukasevangelium gewählt: „Unser Herz brennt“.

Ausgabe: 35/2019
27.08.2019
- Josef Wallner
© KIZ/JW

Wie haben Sie die ersten beiden Monate als Abt erlebt?
Abt Lukas Dikany:
Als sehr intensive Zeit. Ich habe mit jedem Mitbruder ein persönliches Gespräch geführt, weil ich meine Kernauf­gabe als Abt im Konvent und in der Beziehung zu den Mitbrüdern sehe. Sehr deutlich empfinde ich, dass sich viele Menschen sich freuen, dass ich zum Abt gewählt wurde. Das trägt und stärkt. 


Was steht jetzt an Aufgaben an?
Abt Lukas:
Ich bin dankbar, dass ich auf der Arbeit meines Vorgängers Abt Martin aufbauen kann. Ab 1. September werde ich von ihm die Leitung des Seminarzentrums übernehmen. Trotz aller Unsicherheit, die der Strukturprozess der Diözese derzeit mit sich bringt, sind wir als Chorherren an der Pfarrseelsorge orientiert. Dem bleiben wir selbstverständlich treu.


Was bedeutet der geplante Strukturprozess der Diözese für das Stift Schlägl?
Abt Lukas:
Dass aufgrund des Priestermangels in den Pfarren etwas neu werden muss, steht außer Frage. Die beiden Dekanate Sarleinsbach und Altenfelden, in denen wir hauptsächlich Pfarren betreuen, sind aber gut besetzt. Wir halten es nicht für klug, etwas zu ändern, was gut funktioniert. Wir sind für einen Prozess der unterschiedlichen Geschwindigkeiten – das heißt dort die neuen Strukturen einzuführen, wo es notwenig ist, und den anderen Zeit zu lassen. Wir brauchen Zeit für Übergänge, sodass sich die Ehrenamtlichen nicht fürchten müssen, überfordert zu werden. 


Was halten Sie von der geplanten Größe  der neuen Pfarren?
Abt Lukas:
Unser Anliegen ist, dass die Pfarren überschaubar bleiben. Ich habe da einen recht praktischen Zugang. Die Vertreter der Pfarrgemeinden, die in Zukunft eine Pfarre bilden, sollen gut an einem Tisch Platz 
haben, denn jeder soll bei den Sitzungen ausreichend zu Wort kommen können. Dass die Pfarren neu in etwa so groß wie ein Dekanat sind, kann ich mir vorstellen.


Was sind Ihre persönlichen spirituellen Quellen?
Abt Lukas:
Die Bibel, der gemeinsame Gottesdienst, das Chorgebet, das persönliche ­Gebet und die Gemeinschaft. Ich fange bei der ­Bibel an. Meinen Ordensnamen Lukas habe ich nicht zufällig erhalten. Beim Theologiestudium in Salzburg habe ich mich beim ­Lernen für die Prüfung in neutestamentlicher Exegese für den Evangelisten Lukas begeistert. Seitdem begleitet mich das Lukasevangelium. Lukas zeichnet ein so sympathisches 
Jesusbild: Jesus, der zu den Menschen und mit den Menschen auf den staubigen Straßen des Lebens geht. Auch mein Wahlspruch als Abt nimmt auf Lukas Bezug, auf die Emmauserzählung. Er heißt „Cor nostrum ardens“ – „Unser Herz brennt“. Das Feuer des Glaubens in das Herz der Menschen zu legen, ist mein großes Anliegen.


Was verbinden Sie mit dem Chorgebet?
Abt Lukas:
Das Gebet trägt uns als Klostergemeinschaft, es ist eine gemeinschaftliche ­Tiefenbohrung, die unseren Tag strukturiert und uns nicht nur auf die Arbeit starren lässt.


Als Ordensmann leben Sie in Gemeinschaft …
Abt Lukas:
Die klösterliche Gemeinschaft der Mitbrüder ist ein unglaublicher Schatz. Es ist schön, Mitbrüder zu haben. In ihrem Kreis habe ich mein Daheim. In den Kreis der Gemeinschaft laden wir auch junge ­Leute ein, die sich für unser Kloster interessieren. 


Sie sind auch ein begeisterter Musiker …
Abt Lukas:
Zum Geigespielen komme ich momentan nicht. Aber dass ich jeden Tag beim Chorgebet singen darf, ist für mich ein Geschenk. Das bringt so viel zum Klingen. Einen Tag ohne Musik könnte ich mir nicht vorstellen.


Vermutlich wird es mit Ihrem zweiten Lebenselixier, der Gartenarbeit, zurzeit ähnlich sein wie mit der Musik …
Abt Lukas:
Genau, für die Gartenarbeit habe ich jetzt keine Zeit. Aber im Pfarrhofgarten von Arnreit, den ich in den Jahren als Pfarrer betreut habe, blühen gerade an die 150 Gladiolen. Zumindest den Blumenschmuck für die Kirche konnte ich bis in den Herbst hinein sichern. Gott sei Dank gibt es die Landesgartenschau, dank der wir gerade inmitten eines Paradiesgartens leben können.
 

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