Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Das mächtige, vier Meter hohe Kreuz ist ein Denkmal, das an die besondere wirtschaftliche Bedeutung von Enns erinnert: Die Stadt mit ihrem Hafen in Enghagen war Umschlagplatz für Salz, das als „weißes Gold“ galt. Gottfried Kneifel, der Obmann des Museumsvereins Lauriacum-Enns, erklärt: „Aus Hallstatt kam das Salz über die Traun nach Enns und wurde hier auf Donauschiffe zur Versorgung von Krems, Wien, Pressburg, Budapest und auf Pferdewagen für Freistadt, Budweis und Prag umgeschlagen.“ Der Salzhandel und der Transport in Enns haben eine jahrhundertelange Geschichte, mit der die St. Anna Schiffszeche (Zunft), die 1330 gegründet wurde und sogar nach der Auflösung des Salzhafens 1825 noch weiterbestand, eng verbunden ist. Die St. Anna Schiffszeche hatte nicht nur gewerbliche, sondern auch soziale Funktionen. So bekamen die Witwen von Schiffsleuten eine jährliche Zuwendung – eine herausragende Sozialleistung, wie Kneifel erläutert. Das Kreuz aus dem 17. Jahrhundert, das am Wasserhaus des Salzhafens angebracht war, weist auch auf die religiöse Dimension der Zeche hin, deren Mitglieder fester Bestandteil des religiösen Lebens der Stadt waren. „Zu diesem Kruzifix haben schon viele Generationen, vor allem die Schiffer und Hafenarbeiter aufgeschaut“, betont Kneifel. Mit der Renovierung des Kreuzes will er aber nicht nur ein historisches Monument erhalten. Gerade mit dem Ort der Neuaufstellung in dem – gut frequentierten – Durchgang des Schlosses Ennsegg, der in den Park führt, möchte Kneifel die Bedeutung des Kreuzes für die Gegenwart unterstreichen: Früher zum Schutz der Hafenarbeiter, heute zum Schutz aller Enns-Bewohner:innen und Besucher:innen der Stadt.
Das Enghagener Schifferkreuz wird am 28. Mai 2026 um 19 Uhr im Rahmen einer Maiandacht im Schlosshof Ennsegg gesegnet.
Die Basilika St. Laurenz in Enns ist ein beliebtes Ausflugs- und Pilgerziel. Unter der Kirche kann man die Fundamentmauern des römischen Statthalterpalastes von Lauriacum besichtigen und in die frühe Geschichte des Christentums in Österreich eintauchen, die mit den heiligen Florian und Severin untrennbar verbunden ist. Ihnen sind in der gotischen Basilika St. Laurenz bedeutende Kunstwerke aus jüngerer Zeit gewidmet, wie die Bronzetore von Peter Dimmel (der Künstler ist vor wenigen Wochen verstorben) und Stahlschnittwerke von Friedrich Mayr.
Von Mai bis Ende September gibt es ein regelmäßiges Führungsangebot (ohne Anmeldung): Jeden Mittwoch um 16 Uhr beginnt beim Aufgang zur Basilika eine einstündige Römerführung, welche die Highlights der Basilika in den Blick nimmt und bei der man unterirdisch auch das Innere des römischen Palastes betritt.
Natürlich kann man auch Führungen (ab drei Personen) im Pfarrbüro zu jeder gewünschten Zeit buchen:
Pfarre Enns-St. Laurenz, Lauriacumstraße 4,
4470 Enns; Tel. 07223 822 37, E-Mail: pfarre.stlaurenz.enns@dioezese-linz.at

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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