Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
74.800 Euro auf das Baukonto haben wir den entscheidenden Betrag geschafft, der für den Beginn der Kirchenrenovierung noch gefehlt hat“, sagt Franz Winter. Zu Recht freut er sich darüber, was den „Freunden der Pfarrkirche Dörnbach“, die er gegründet hat und denen er als Obmann vorsteht, gelungen ist. Der Betrag gilt als Basisfinanzierung, sodass die Diözesanfinanzkammer grünes Licht für die notwendige Innenrenovierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche sowie für die Neugestaltung der liturgischen Orte geben konnte.
Franz Winter, Diakon in Dörnbach, lässt das Marathon-Engagement der „Freunde“ Revue passieren. Nachdem die rund 1.100 Katholik:innen zählende Pfarrgemeinde ein sehr ansprechendes Pfarrzentrum errichtet hat, tauchten nach der „Schuldenfreiheit“ im Jahr 2008 erste Überlegungen über die Innenrenovierung der Kirche auf. Es zogen noch Jahre ins Land, ehe Franz Winter 2014 den Verein „Freunde der Pfarrkirche Dörnbach“ gründete. Seither gibt es Finanzaktionen für die geplante Erneuerung der Kirche. Einen Schub im Einsatz für das Vereinsziel gab die Talente-Initiative, die am Erntedankfest 2020 gestartet wurde. Mit den 5-Euro-Scheinen, die an alle Kirchenbesucher:innen verteilt wurden, war die Bitte verbunden dass sie ihre „Talente“ – ihre Fähigkeiten – einsetzen, um das ihnen anvertraute Kapital zu vermehren. Inspiriert war diese Idee vom Gleichnis von den Talenten, in dem Jesus seine Zuhörer:innen zum „Wuchern“ mit anvertrautem Geld angehalten hat. In Dörnbach ging die Rechnung jedenfalls auf. Die einen haben Kränze und Gestecke gebastelt oder Kekse gebacken und verkauft. Andere haben aus Gartenkräutern Salben erzeugt. Diakon Winter kann hier vieles aufzählen und präsentiert ein bedrucktes Abwaschtuch – „Owoschfetzn“ genannt – und Holzarbeiten mit religiösen Symbolen. Alles Gegenstände, die Geld für die Pfarrkirche eingebracht haben. Sogar ein Buch mit selbst verfassten besinnlichen Texten wurde herausgegeben. Winter dankt den 45 Vereinsmitgliedern und allen, die bisher zur Ermöglichung dieses Projekts beigetragen haben.
Nun ist es so weit. Für 3. November 2026 ist der Baubeginn der umfassenden Innensanierung terminisiert, die eine halbe Million Euro kosten wird. Es muss der Putz abgeschlagen werden, die Kirchenbänke müssen entfernt werden und die Kirchenfenster brauchen ebenfalls eine Sanierung. Und die Neugestaltung des Altarbereichs steht an. Dazu gibt es ein liturgisches Gutachten von Josef Keplinger, Mitarbeiter des Liturgiereferats der Diözese. An sechs Abenden haben insgesamt 55 Personen aus der Pfarrgemeinde an den Überlegungen zur Erneuerung der liturgischen Orte teilgenommen. Als Nächstes steht ein künstlerischer Entwurf an.
Unabhängig von den baulichen Arbeiten weist Franz Winter auch auf die spirituelle Ausrichtung der Kirche hin: „Wir möchten uns wieder mehr als Wallfahrtskirche positionieren.“ Das Gnadenbild „Maria vom guten Rat“ ist bis heute vor allem in den Monaten Mai und Oktober das Ziel von Wallfahrten. Die spätgotische Außenkanzel aus dem Jahr 1501 – sie ist einzigartig in Österreich – zeugt von einer langen und großen Wallfahrtstradition in Dörnbach. Wegen des Pilgeransturms mussten Predigten vor die Kirche verlegt werden. Es wird überlegt, für das Gnadenbild, das derzeit auf einem Seitenaltar steht, eine Andachtskapelle zu gestalten. Der an die Kirche angebaute Raum, der zur Außenkanzel führt, würde sich dafür eignen. Mit einer – renovierungsbedürftigen – 500 Jahre alten Kirchentür aus einem einzigen Eichstamm gehackt und einem heiligen Grab hat Dörnbach weitere Kleinode, die ebenfalls bei der Erneuerung mitbedacht werden wollen – auch wenn nicht alle Arbeiten sofort geschehen können. Franz Winter ist jedenfalls froh, dass der Start für dieses große Projekt feststeht. Fest steht für ihn auch, dass die „Freunde der Pfarrkirche Dörnbach“ weitermachen.

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