Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Familienhilfe unterstützt direkt zu Hause. „Dass das Familienleben vieles abverlangt und es Zeiten gibt, wo man auf unterstützende Hände zurückgreifen muss, ist ganz normal“, erzählt die Caritas-Mitarbeiterin. „Wenn die Großeltern nicht greifbar sind, etwa, weil sie weiter weg wohnen oder selbst mitten im Berufsleben stehen, dann ist die Familienhilfe eine Möglichkeit, wie durch die Hilfe bei der Kinderbetreuung und im Haushalt der Familienalltag rasch wieder stabilisiert werden kann.“ Es braucht oft nicht viel: ein Beinbruch der Mutter, ein notwendiger Kur- oder Rehaaufenthalt eines Elternteils, notwendige Arzt- und Therapiebesuche mit einem Kind, während die Geschwisterkinder versorgt werden müssen, oder eine Überforderung, weil viele Umstände zusammenkommen, und man merkt, dass ein Burnout bevorstehen könnte. In all diesen Situationen ist die Caritas-Familienhilfe zur Stelle. Pamela Mühlbachler ist in Wels, Steyr sowie in den Bezirken Wels-Land, Kirchdorf und Steyr-Land unterwegs.
Besonders wichtig ist für Mütter, „jemand zum Reden“ zu haben, berichtet Mühlbachler. Auch die Anonymität von Social Media verstärke die Isolation. Als Familienhelferin ist Pamela Mühlbachler als Gesprächspartnerin da, hilft ganz praktisch vor Ort und nimmt Familien „bei der Hand“, und man organisiert gemeinsam Termine bei Behörden oder Sozialberatungsstellen.
Der Muttertag selbst habe einen unterschiedlichen Stellenwert in den von ihr betreuten Familien, berichtet Pamela Mühlbachler. Für manche sei er wichtig, etwa wenn Kinder im Kindergartenalter da sind und dort etwas basteln oder ein Gedicht vorbereiten. In anderen Familien sei der Muttertag aber wenig bedeutsam, was auch in unterschiedlichen kulturellen Hintergründen begründet ist. Kritisch sieht die Familienhelferin jedoch die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit: „Es gibt zu viel Bilderbuch-Idylle zum Muttertag – wie bei anderen Anlässen auch. So ist es meist in der Realität nicht.“ Daraus entstehe Enttäuschung, wenn Erwartungen unerfüllt bleiben. Mühlbachler nimmt wahr, dass generell die Erwartungen in den letzten Jahren gestiegen sind. Viele Mütter würden „mehr Druck spüren“. Positiv sei aber zu vermelden, dass Väter häufiger in die Familienarbeit eingebunden sind. Auch treffe sie heute öfter alleinerziehende Väter als früher.
Persönlich misst die Marchtrenkerin, die selbst einen Sohn und dreihttps://www.caritas-ooe.at Stieftöchter hat, dem Tag keine übergroße Bedeutung bei: Der Muttertag sei „gar nicht aufregend“, sie freue sich aber, wenn jene Kinder, die schon ausgezogen sind, zu Kaffee und Kuchen auf Besuch kämen. Entscheidender sei der Alltag: „Es kommt auf das ganze Jahr an, nicht nur auf einen einzelnen Tag. Entscheidend ist, wie man ständig miteinander umgeht. Ein einzelner Tag könnte da nichts ausgleichen.“
Mehr Informationen zur Familienhilfe: www.caritas-ooe.at > Familien

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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