Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
Die Musik liegt dem siebzigjährigen Toni Neulinger im Blut. Schon der Urgroßvater müttlicherseits leitete bis 1911 den Kirchenchor von Windhaag, sein Vater war von 1938 an mehr als fünfzig Jahre Organist und Chorleiter.
Von ihm hat der Sohn Toni 1983 übernommen. Dabei zeigte sich, dass es zu Beginn seiner Amtszeit sinnvoll war, die beiden Windhaager Chöre, die von Volksschuldirektorin Gertrude Lehner gegründete Chorgemeinschaft und den traditionellen Kirchenchor zusammenzulegen.
Aus diesem vereinigten Klangkörper hat Neulinger einen beeindruckenden Chor mit einem weiten Betätigungsfeld geschaffen: von der Gestaltung aller kirchlichen Fest- und Feiertage und Begräbnissen bis zur musikalischen Umrahmung von vielen weltlichen Festen.
Seit vier Jahrzehnten probt Toni Neulinger – mit Ausnahme der Ferien – wöchentlich mit der Kirchen-Chorgemeinschaft Windhaag, die seit 2000 Windhaag cantat heißt und der vierzig Sänger:innen angehören. Man kommt im eigenen Probenlokal zusammen, auf das die Chormitglieder zurecht stolz sein dürfen. Hinter der Orgel konnte ein Raum mit Notenarchiv und zusätzlichem Aufenthaltsbereich geschaffen werden. Das Probenlokal diente einst den Nonnen des aufgehobenen Klosters Windhaag als „Sommerchor“ für das Stundengebet.
Schaut man auf die Liste der Auftritte und Aktivitäten, die Windhaag cantat zum 40-Jahr-Jubiläum zusammengestellt hat, kommt man aus dem Staunen nicht heraus: 22 Liederabende, 28 Kirchenchorkonzerte und Passionssingen, 35 Adventsingen, 35 einstudierte Messen, Singen im Freien für alle und vierzig weitere Highlights, zu denen auch die musikalische Mitgestaltung des Papstgottesdiensts 2007 in Mariazell gehörte.
Zu dieser stolzen Bilanz haben auch die Chorobleute wie Hans Haslinger und all die anderen beigetragen, betont Neulinger, der einst Florianer Sängerknabe war und nach Jahren als Großhandelskaufmann Musikschullehrer wurde. Fragt man nach dem Erfolgsgeheimnis des Chors, wird Neulinger wortkarg. Seine Frau Gertraud hilft aber aus: „Er macht es so, dass es gut ankommt, mit Humor und Strenge. Es fühlt sich jeder wohl, wir sind eine richtig schöne Gemeinschaft.“

Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
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