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Bin dankbar, dass es einen Nachfolger gibt

Kirche OÖ

„Loslassen, nicht dreinreden und dankbar sein“, das hat sich Pfarrer Hansjörg Wimmer für die Zeit nach seiner Emeritierung als Pfarrer von Königswiesen 
und Mönchdorf vorgenommen. Und auch auf die Gesundheit zu schauen.
 

Ausgabe: 41/2018
09.10.2018
- Josef Wallner

Mit einem Blatt Papier in der Hand kommt Pfarrer Hansjörg Wimmer zum Gespräch. Darauf stehen einige Verse aus dem Buch Jesus Sirach. Er beginnt sie vorzulesen: „Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln. Herzensfreude ist das Leben für den Menschen. Frohsinn verlängert ihm die Tage. Der Schlaf des Fröhlichen wirkt wie eine Mahlzeit, das Essen schlägt gut bei ihm an.“– „Schauen Sie mich an, der letzte Satz trifft ganz auf mich zu“, meint er schmunzelnd und zeigt auf sich. Diesen Text aus Jesus Sirach, den er bei Exerzitien kennengelernt hat, hat er sich zum Leitwort für seinen neuen Lebensabschnitt gewählt: die Pensionierung als Pfarrer von Königswiesen und Mönchdorf seit 1. September 2018. 
Er weiß das Datum noch ganz genau: am 25. August 1974 ist er nach Königswiesen gekommen und war dann 44 Jahre lang Pfarrer und immer wieder auch für umliegende Pfarren zuständig. Als Pfarrer von Königswiesen und Mönchdorf ist der 78-Jährige in Pension gegangen, er bleibt aber noch Moderator von Unterweißenbach. Dort ist eine Pfarrassistentin im Einsatz und lebt ein Priester, der Gottesdienste hält. Hansjörg Wimmer weiß die Pfarre in guten Händen, und die Aufgaben, die er dort hat, belasteten ihn nicht, sagt er: Er mache sie gerne. 

 

Königswiesen als Heimat

Dass er seine Pension in Königswiesen verbringt, war für ihn nicht ausgemachte Sache. Er hätte auch im Elternhaus in Kallham seinen Ruhestand verbringen können. „Ich habe hin und her überlegt. Die Entscheidung war nicht leicht“, erzählt er. Aber schlussendlich wollte er doch nicht von Könisgwiesen weg. „Es gefällt mir hier einfach so gut.“ Bereits im Vorjahr zog er in eine Wohnung – zwei Gehminuten von Pfarrhof und Kirche entfernt. 

 

Wie bei einer Hofübergabe

Seine aktuelle Situation vergleicht er mit der eines Bauern, der gerade die Hofübergabe geschafft hat. „Gott sei Dank hat sich mit Pfarrer Marek Nawrot ein Nachfolger gefunden. Ich bin froh, dass er da ist.“ Wie bei einem Bauernhof sei es auch für einen Pfarrer schwierig, einen Nachfolger zu finden, erläutert Hansjörg Wimmer und weist auf eine weitere Parallele hin. In beiden Fällen ergibt sich die Notwendigkeit für die weitere Mitarbeit – für Altbauer und Altpfarrer. Neben seinem Moderatorenamt in Unterweißenbach steht er auch dem neuen Pfarrer von Königswiesen und Mönchdorf zur Verfügung. Dabei stellt er aber klar: Der Pfarrer sei für alle Fragen der Pastoral und Sakramentenspendung der alleinige Ansprechpartner. Aber wenn die Leute bei einem Begräbnis oder einer Taufe bitten, dass es bzw. sie der Altpfarrer hält, wird er nicht Nein sagen. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, erklärt Pfarrer Wimmer.  Für ihn steht natürlich außer Frage, dass der neue Pfarrer alles so einrichten muss, dass er auch ohne ihn, den Pensionisten, auskommt. „Vermutlich wird die eine oder andere Veränderung weh tun, aber wenn Pfarrer Marek seine Entscheidungen in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat trifft, dann sind das sicher die richtigen.“ Auf jeden Fall hat er sich fest vorgenommen: „Loslassen, nicht dreinreden – und dankbar sein.“ Er ist auch erleichtert, dass er nicht mehr die Verantwortung für Königswiesen und Mönchdorf zu tragen hat, und freut sich, dass er sich nun mehr Zeit für sich selbst nehmen kann. Er steht vor dem Bücherregal in seiner Wohnung mit einem wunderbaren Ausblick auf Hügel, Wald und Höfe und zeigt auf eine Reihe von Bänden, die zu lesen er sich vorgenommen hat. Mit dem Thema „Erlösung“ möchte er sich beschäftigen, und dafür hat er schon die neueste Literatur bereit. Und Karl Rahner will er wieder lesen. Seit der Studienzeit ist er von ihm fasziniert. 

 

In Bewegung bleiben

Vor einem Pensionsschock hat er keine Angst, obwohl er jetzt doch mehr Zeit allein in seiner Wohnung verbringen wird als bisher, wo er den ganzen Tag über im Pfarrhof war. Doch er blickt voll Freude in die Zukunft und hofft, dass er die Emeritierung genießen kann. Damit es möglichst viele Jahre werden, versucht er sich fit zu halten. Diente der Hometrainer früher eher als Kleiderständer, strampelt er jetzt täglich darauf. Und er schwimmt gerne. Auf dem Weg zu seinem Elternhaus in Kallham macht er regelmäßig in Bad Schallerbach Station. Dort absolviert der 78-Jährige konsequent seine 40 Längen, denn er weiß: Nicht nur der Frohsinn verlängert die Tage, wie es im Buch Jesus Sirach heißt, sondern auch Sport und Bewegung. «

 

Mehr zum Thema: Wann gehen Priester in Pension?

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