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Vom Umgang mit heiligen Dingen - Teil 3/3

Gesegnetes außer Dienst

GLAUBENS_GUT

Rosenkränze, Kreuze, die man von einer Wallfahrt als Andenken mitgenommen hat, oder Heiligenstatuten - Was damit längerfristig tun?

Ausgabe: 09/2024
27.02.2024
- Josef Wallner
Eine Sammlung von unaufgefordert zugeschickten Rosenkränzen und Andachtsgegenständen, die außer Dienst sind.
Eine Sammlung von unaufgefordert zugeschickten Rosenkränzen und Andachtsgegenständen, die außer Dienst sind.
© KIZ/JW

Was soll mit gesegneten Gegenständen geschehen, die nicht mehr gebraucht werden oder die zerbrochen sind? Dieser Frage widmet sich der dritte Teil der Serie „Umgang mit Heiligem“.

 

Kirchenzeitungsleser:innern fragen in unregelmäßigen Abständen, aber doch immer wieder, was sie mit Rosenkränzen oder Andachtsbildchen tun sollen, die ihnen unaufgefordert zugeschickt wurden – so gut wie immer mit dem Vermerk „geweiht“ und natürlich mit der Bitte um eine Spende.

 

Absender sind „fromme“ Vereine oder religiöse Gemeinschaften, bekannte und unbekannte. Manche der „Zwangsbeglückten“ trauen sich nicht, diese Andachtsgegenstände einfach in der Mülltone zu entsorgen und den Erlagschein zu ignorieren.

 

Darum ist hier nochmals an den emeritierten Linzer Liturgiewissenschaftler Hans Hollerweger erinnert, der die Frage für die Kirchenzeitungsleser:innen vor Jahren beantwortet hat. Als spontane Reaktion zitierte er den alten Sinnspruch: „Mit Geweihtem darf man keine Geschäfte machen.“

 

Man brauche sich vom Prädikat „geweiht“ keinesfalls unter Druck setzen zu lassen, schon gar nicht unter Spendendruck, betont er. Zurückschicken oder wegwerfen – er hat mit beidem kein Problem.

 

Wenn ein Gegenstand nie eine religiöse Funktion gehabt hat, braucht man sich über die Art der Entsorgung nicht den Kopf zerbrechen. Das gleiche gilt für Hollerweger auch, wenn ein Andachtsgegenstand – wie zum Beispiel ein Rosenkranz – keine Funktion mehr hat, weil er gerissen ist. 


Manche scheuen sich trotzdem, Andachtsgegenstände einfach wegzuwerfen und sammeln sie im hinteren Teil einer Schreibtischlade oder irgendwo in einem Bücherschrank. Dann werden die Erben das Geschäft des Entsorgens – ohne eine Sekunde darüber nachzudenken – erledigen.

 

Das Sammeln kann auch noch – wie beim Autor dieses Beitrags – einen anderen Grund haben. An den religiösen Gegenständen hängen Erinnerungen, die man nicht missen möchte.

 

Wenn man das Kreuzchen aus Jerusalem (siehe Bild oben) oder die Münze zum heiligen Jahr 1975 hin und wieder in die Hand nimmt, ist man dankbar für all das Schöne, das man schon erleben durfte.  

 

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