Alles basiert auf Wachstum. Das gehört zum „Evangelium“ der Wirtschaftsexperten. Wo Wachstum, da Wohlstand. Wo es kein Wachstum mehr gibt, dort folgen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrisen.
Ausgabe: 2013/25, Wachstum, Sonnenwende
19.06.2013
- Matthäus Fellinger
Es ist Sommer-Sonnenwende. Der Punkt, ab dem die Tage kürzer werden. Das mag ein Hinweis sein: Es gibt Zeiten, in denen nicht das Größer-Werden, sondern das Kleiner-Werden den Weg bestimmt. Wo nur das Mehr, das stets Größere und die Zunahme die Richtung vorgeben, stoßen Mensch und Gesellschaft an Grenzen – und Abgründe.
Eine Wende ist angesagt: Es sind nicht weniger wertvolle Tage, bloß weil sie kürzer scheinen. Und es ist auch nicht etwas deshalb schon weniger wertvoll, weil es kleiner oder schwächer ist. Im Zurücknehmen, im Weniger-Werden besteht die eigentliche Herausforderung unserer Zeit – sonst wäre das Leben ja mit der „Blütezeit“ abgeschlossen, jedes Altern nur noch ein Absterben.
Es gibt Zeiten, in denen nicht das Größer-Werden der Weg zum Erfolg ist, sondern das Kleiner-Werden. Das gilt es zu schaffen: mit Weniger auszukommen. Hier liegt die eigentliche Herausforderung unserer Zeit. Es werden – wer weiß – Tage kommen, da mag es anders sein.