Den Einen bin ich zu pingelig, den Anderen wäre etwas mehr Ordnung meinerseits ganz recht. Ich kann und will mich aber nicht nach meinen Mitmenschen richten, ich nutze gerne meine eigenen Sensoren.
Ausgabe: 2013/25, Ordnung,
19.06.2013
- Brigitta Hasch
Bis vor Kurzem fand ich meine Umgebung noch ordentlich und hatte mehr als genug Arbeit zu erledigen. Doch meine innere Stimme sah das anders und orderte: „Aufräumen!“
Nach zwei Tagen Widerstand habe ich also im Büro begonnen, Ordnung zu machen. Post, Zeitschriften und Bücher hatten meine Arbeitsfläche in Beschlag genommen und ich kämpfte einen Nachmittag lang um die Rückeroberung. Dass ich dabei den Mülleimer an die Grenzen seiner Kapazität brachte, nahm ich kaum wahr, mein Blick galt schon den E-Mails. Alles, was verarbeitet, uninteressant oder alt war, kam auch hier – elektronisch – in den Papierkorb, der alsbald wie sein reales Gegenstück nach Entleerung schrie.
Immer noch mit Schwung machte ich mich zu Hause an die Fenster. Meine Erkenntnis: „Helle Zimmer haben fensterputz-technisch ihren Preis!“ Als Krönung der Aktion „Ordnung“ glänzt das Wohnzimmer nun in seiner blau-weißen Sommerdeko mit Muscheln und Seesternen.
Endlich ist der Putz-Elan verpufft, meine innere Stimme macht nun Sommerurlaub!