Der Organismus war da, fertig ausgebildet, funktionsfähig. Aber erst, als Gott dem Adam seinen Atem einhauchte, wie es die Bibel in ihrer starken Bildsprache beschreibt, war der Mensch geschaffen. Ein perfekter Organismus allein macht noch nicht das Leben aus.
Manchmal sind auch Kirchenleute versucht, Kirche bloß als Organisation zu verstehen, in der die Abläufe funktionieren und die Buchhaltung in Ordnung ist. Das Vorbild nehmen sie sich an gut funktionierenden Organisationen, ihren Wirtschaftsstrategien und Werbekonzepten. Dann, meinen sie, müsste die Sache laufen.
Aber sie läuft nicht – denn Kirche lebt nicht ohne den Atem Gottes. Das Fest Peter und Paul stellt die geistlichen Berufe in den Mittelpunkt. Geistliche, das sind Leute, die dafür Sorge tragen, dass es in der Kirche nicht zum Atemstillstand kommt. Perfekt organisiert zwar, aber ohne den Atem, mit dem auch die „Körperwärme“ Gottes in die Kirche strömt. Trost, Hoffnung, Zuversicht.
Sie lassen sich nicht einfach organisieren. Glaube auch nicht. Aber wecken lassen sie sich. Deshalb braucht Kirche Geistliche – in alten und neuen Formen. Menschen, die da sind – nicht aus Kalkül, sondern aus Liebe.