Gerhild Herrgesell ist Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung. Die Religionspädagogin aus Graz wurde Mitte Juni in dieses Amt gewählt, das die evangelisch-lutherische Synode im Rahmen ihrer Strukturreform neu eingerichtet hatte.
Eine Kirche, die auffällt, präsent ist und den Menschen Antworten und Hilfe gibt – eine solche ist für Gerhild Herrgesell als Gegenstück zum Staat von großer Bedeutung. „Dieses Aufzeigen, wir sind als Kirche da, wir haben andere Lösungen als den Kapitalismus und die Marktwirtschaft und es gibt noch andere Werte, wie sie etwa in der Bergpredigt aufgezeigt werden, ist besonders wichtig“, so die 53-jährige Steirerin. Seit 30 Jahren ist sie ehrenamtlich in der evangelischen Kirche aktiv, 20 Jahre davon im Leitungsteam der evangelischen Pfarrgemeinde Graz-Heilandskirche.
Als Landeskuratorin der evangelischen Kirche A. B. war sie auch einige Jahre in Wien tätig. Außerdem ist Gerhild Herrgesell begeisterte Religionspädagogin. „Den jungen Menschen Werte nahezubringen und mit ihnen über Gott und die Welt zu diskutieren ist für mich eine spannende Herausforderung.“ Privat fährt die Mutter von drei erwachsenen Kindern leidenschaftlich gerne Rennrad, unternimmt lange Berg- und Radtouren mit ihrem Mann und liebt die Musik, insbesondere das Querflötespielen.
Vernetzung
Sie selbst beschreibt sich als lebenslustig, mutig und couragiert. „Ich lasse mich nicht so leicht davon abhalten, Dinge zu tun, die ich mir zutraue“, so Herrgesell. Auf ihr neues Amt will sie sich „voll einlassen und es sowohl in der Kirchenleitung als auch im Bewusstsein der evangelischen Gläubigen in Österreich etablieren. „Es geht darum, was die evangelische Kirche will und wie sie in Zukunft präsent sein soll. Wir wollen eine Vernetzung von Gemeinden, von guten vorhandenen Ideen und wollen auch neue Ideen aufgreifen. Diese Stelle soll dabei eine Hilfe für alle sein.“