Ab in den Beichtstuhl mit Depeche Mode: Immer wenn Depeche Mode ein neues Album ankündigen, baut sich wieder die Hoffnung auf neue Hits auf, die aber spätestens seit „Exciter“ (2001) nicht mehr erfüllt wurde.
Ausgabe: 19/2017
09.05.2017
- Klaus Rauscher
Und um es gleich vorwegzunehmen: Auch auf „Spirit“ wird kein neuer Hit zu finden sein. Aber: Depeche Mode haben eine (politische) Botschaft und ihr Album beinhaltet endlich wieder Tracks, die die Bezeichnung „Song“ verdienen. Düster und mit Bomben und Granaten bewaffnet eröffnet „Going Backwards“ das neue Werk: Kriegshandlungen und das Fehlen von Humanität werden thematisch breitgetreten. „The Worst Crime“, beinahe als Ballade angelegt, schießt mit Fake News und fehlgeleiteten Führern eindeutig in Richtung Donald Trump. „Scum“ und „You Move“ nerven und füllen bestenfalls Lücken aus. Durch Chris Eigners treibendes Schlagwerk wird „So Much Love“ zum tanzbarsten Song seit langer Zeit. Mit den finalen Songs treiben uns Depeche Mode aber wieder zurück in den Beichtstuhl und schenken uns mit „Fail“ eine bittersüße Elegie des Schmerzes. Wer Hoffnung und Vergebung will, muss zu U2 gehen. Bei Depeche Mode gibt’s nur Schuld und Sühne.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
- Depeche Mode – Spirit (erschienen bei Columbia Records)