158 der 445 oö. Gemeinden haben keinen Bäcker mehr im Ort. Jährlich verringert sich die Zahl um drei bis vier Prozent.
Die oö. Bäcker starten nun eine Imagekampagne, um dem fortschreitenden Ausdünnen der Bäcker-Standorte entgegenzuwirken. Eine bundesweite Aktion ist leider nicht zustande gekommen. Das Land Oberösterreich fördert mit 50 Millionen Schilling die Nahversorgung, vor allem im ländlichen Bereich. Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christoph Leitl, als Wirtschaftslandesrat für die Nahversorgungs-Betriebe zuständig, hält nicht zuletzt wegen des frischen Frühstücks-Semmerls die Bäcker für eine Stütze der Nahversorgung: „Es ist doch ein Stück nicht wegzudenkender Lebensqualität, wenn wir auch schon früh am Morgen ein frisch gebackenes Semmerl am Frühstückstisch genießen können.“So sehr das die Konsumenten auch zu schätzen wissen, so siegreich ist doch die Strategie der Großmärkte, vor den Augen der Konsumenten Semmerl herauszubacken. Der frische Duft verleitet förmlich zum Kauf. Dem hält der kommende Slogan der Bäcker-Kampagne entgegen: „Wir Meisterbäcker backen wirklich frisch! Nicht nur fertig!“ Die Bäcker wollen sagen: Frische Semmerl sind nicht nur eine Frage des Backens eines Teiglings vor den Nasen der Konsumenten, wichtig ist auch, dass der Teig frisch zubereitet wird.Dennoch, Qualität sichert nicht alleine das Interesse der Kunden. Es braucht viel mehr auch die richtige Strategie, das Produkt an die Leute zu bringen, es braucht Werbung, PR-Arbeit. EDV-Ausstattung, Infrastruktur, Schulung, Betriebsberatung, Fantasie im Dienst am Kunden, etwa Zustelldienste. Für alles gibt es vom Land OÖ. Förderungen.
Konkurrenz durch Backshop
Die Bäcker wollen nicht jammern, sagt Bäckerinnungsmeister Heinz Hofmann, aber auf sich aufmerksam machen. Dass sie vor allem beim Gebäck an die Backshops in den Kaufhäusern beträchtlich an Anteilen verlieren, zwingt zu neuen Wegen. Und auch die Betriebszahlen rütteln auf: 1980 gab es noch 729 Betriebe, 1999 waren es nur mehr 485. Knapp 2.300 fanden 1980 in den oö. Bäckereien Arbeit, 1999 waren es nur noch 1790. Wurden 1980 noch 536 Lehrlinge ausgebildet, waren es 1999 nur mehr 401! Kooperationen mit örtlichen Nahrungsmittelproduzenten (Bauern) und Nachbarschaftsläden, können neue Wege sein. Beispiele aus dem Ausland gibt es.