Diözese Linz sammelt für ihre Partnerdiözesen in Ost- und Mitteleuropa
Ausgabe: 2000/06, Ostfonds, Lehner, Osten, Kirche
08.02.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Am Sonntag, 20. Februar wird in den Kirchen für die Seelsorge in den Partnerdiözesen Ost- und Mitteleuropas gesammelt. Wir sprachen mit dem Kontaktmann der Diözese zur Kirche im Osten, Dipl.-Ing. Hubert Lehner.
KIZ: Warum wurde vor einigen Jahren diese Sammlung eingeführt, obwohl es schon so viele Sammlungen gibt?
Lehner: Es ist wahr: Es wird jährlich dreimal für die Entwicklungsförderung, zweimal für die Mission, mehrmals für die Caritas und für andere Zwecke gesammelt. Diese Sammlungen sind sinnvoll und notwendig und haben seit Jahrzehnten einen festen Platz im Kirchenjahr. Erst seit 1990 können wir auch der Kirche im ehemals kommunistischen Teil Europas spürbar helfen. Dürfen wir ihre Bitte um Hilfe beim Aufbau der Seelsorge mit der Begründung abweisen, dass schon alle „Sammelplätze“ für andere Zwecke besetzt sind und sie leider zu spät gekommen sind?
Was soll mit der Sammlung 2000 finanziert werden?
Lehner: Für heuer liegen schon ca. 30 Ansuchen vor. Die erbetene Summe übersteigt bei weitem unsere Möglichkeiten, sodass nach sorgfältiger Prüfung eine Prioritätenliste für die Entscheidung des Kuratoriums erstellt werden muss. Diese hängt natürlich vom Sammelergebnis ab.
Welche Projekte sollen finanziert werden?
Lehner: Vorrang werden gewiss die theologischen und katechetischen Institute in Grodno, Baranowiczi (beide Weißrussland) und Mostar (Bosnien und Herzegowina) haben, an denen rund 300 Laien ausgebildet werden. Einige Kirchenbauten benötigen heuer zur Fertigstellung einen letzten finanziellen „Schub“; andere bitten um eine „Starthilfe“. Wir geben Zuschüsse zu Bildungsveranstaltungen für Priester, Ordensleute, Katecheten, Studenten, Pfarrgemeinderäte usw. Religiöse Zeitschriften brauchen unsere finanzielle Hilfe, weil viele Gläubige so arm sind, dass sie keinen kostendeckenden Preis bezahlen können.
Wie kontrollieren Sie die Verwendung der Gelder?
Lehner: Die Ansuchen kommen von Diözesanbischöfen oder von Pastoralamtsleitern, Finanzkammerdirektoren, Diözesan-Baudirektoren, Pfarrern, Ordensoberen mit schriftlicher Bestätigung des Diözesanbischofs. Durch die Zusammenarbeit mit der Caritas der Diözese Linz, die ja in den selben Diözesen wie der Ostfonds arbeitet, erhalten wir oft zusätzliche Informationen. Im Falle der Genehmigung überweisen wir auf ein Bankkonto der Empfängerdiözese, der ansuchenden Pfarre oder Institution und verlangen eine schriftliche Empfangsbestätigung. Über die Verwendung des Geldes verlangen wir einen schriftlichen Bericht oder andere glaubwürdige Nachweise. Es gibt für jedes Projekt eine entsprechende Kontrolle von Anfang bis Ende.
Was kostet die Verwaltung des Ost-Fonds?
Lehner: Für Buchhaltung, Drucksorten, Postporti und dergleichen werden wir heuer maximal S 20.000,– aufwenden, das sind 1,5 % des Sammelergebnisses von 1999. Bei Korrespondenz, Aussendungen und Werbung helfen Pastoralamt und Caritas mit, ohne dass dort zusätzliche Personalkosten entstehen.