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Gesundheit gehört nicht nur den Reichen

Am 11. Februar ist Welttag der Kranken. Kirche kümmert sich um Kranke.
Ausgabe: 2000/06, Gesundheit, AKH, Krankenhausseelsorge, Bücherwagen, Kinder, Bett, krank
08.02.2000
- Martin Kranzl-Greinecker
Während in Österreich die Frage nach einem Selbstbehalt für medizinische Leistungen für Auseinandersetzung sorgt, lenkt die Kirche das Augenmerk auf die viel tiefere Frage des Lebens mit Krankheit und mit Kranken überhaupt. Am Freitag, 11. Februar begeht die katholische Kirche den „Welttag der Kranken“.

Papst Johannes Paul II. weist aus diesem Anlass auf weltweite Ungerechtigkeiten in der Gesundheitspolitik hin: Während die medizinische Forschung und Betreuung in den reichen Ländern erheblich Fortschritte gemacht habe, hätten die meisten Menschen in den ärmeren Länden keinerlei Zugang zu den einfachsten Gesundheitsdiensten oder notwendigen Arzneimitteln.

Die Logik des Wohlbefindens und des technischen Fortschritts muss mit den fundamentalen Werten der Menschenwürde in Einklang gebracht werden, fordert der Papst. In diesem Zusammenhang kritisiert er Abtreibung und Euthanasie.


Kleine Patienten brauchen besonders viel Zuwendung


In der Landes-Kinderklinik werden Kinder nicht nur medizinisch betreut


Rund 11.000 Kinder werden jedes Jahr zur stationären Behandlung in die Linzer Landes-Kinderklinik aufgenommen. Nicht nur Mediziner/ innen und Pflegepersonal, sondern auch das Team der Krankenhaus-Seelsorge sorgen für die kleinen Patienten.

„Wir sind eine bunte Kirche“, stand auf den Einladungsplakaten, die zur Segnung der neuen Kapelle in der Landes-Kinderklinik einluden. Am Dienstag, 8. Februar 2000, in zeitlicher Nähe zum „Welttag der Kranken“ (11. Februar) segneten Bischof Maximilian Aichern und der evangelische Superintendent Hansjörg Eichmeyer den neugestalteten Sakralraum. Etwa 2,5 Millionen Schilling investierte das Krankenhaus, das 1886 als „Isabellen- Kinderspital“ gegründet wurde, in die Erneuerung der Kapelle, die sich am Tag der Segnung mit bunten Bändern geschmückt präsentierte. Die frühere dunkle Holzdecke wich einem hellen Putz, der Raum wirkt hell und einladend – besonders wenn die Sonne durch die bunten Glasfenster scheint.Jeden Sonntag wird hier ein Kinder-Wortgottesdienst gefeiert, einmal im Monat kommt ein Priester zur Eucharistiefeier. Das Seelsorgeteam bilden auf katholischer Seite die beiden Theologen Mag. Dominik Vu Ngoc und Mag. Karl Mair-Kastner. Neben der Gestaltung der Gottesdienstzeiten gehören natürlich Besuche im Krankenzimmer, sowie auch Religionsunterricht bei Langzeitpatienten zu ihren Aufgaben.

Auch Eltern brauchen Hilfe


Nicht nur die Kinder, die zur Behandlung im Spital sind, kommen in die Kapelle. Oft sind es Mütter und Väter, die hier Ruhe, Trost und Besinnung suchen.

Ein Buch auf einem Tisch lädt ein, Gebete zu formulieren. Die Anliegen werden dann im Gottesdienst vorgetragen. Angst und Hoffnung, Dank und Bitte, Sorge und Trauer sind auf den Zeilen dieser Seiten zu finden.

Im vorderen Teil der Kapelle ist ein anderes Buch zu finden. Darin werden die Namen jener Kinder aufgezeichnet, die ihre Krankheit nicht besiegten. Schwimmkerzen in einem Becken sind stille Zeichen der Trauer. Den Seel- sorgern ist es wichtig, Eltern und Geschwistern Orte der Trauer anzubieten. So wurde im Kellergeschoß ein Verabschiedungsraum eingerichtet, in dem bei einem Todesfall die Familie in aller Ruhe vom Kind Abschied nehmen kann.

Gott sei Dank werden aber weitaus die meisten Kinder gesund entlassen. Für den Heilungsprozess ist freilich nicht nur optimale medizinische und pflegerische Betreuung bedeutsam, sondern auch geistiges Wohlbefinden.

Der Bücherwagen kommt!


Dazu trägt seit 15 Jahren auch der Bücherwagen bei, mit dem jede Woche zweimal Mitglieder des Büchereiteams durch die Stationen touren. Liselotte Ammerer hat den Service im Rahmen des Evang. Besuchsdienstes mit 400 Büchern begonnen. Heute stehen 4500 Bände zur Auswahl, vor allem solche, die positive Kräfte bei Kindern fördern. Für Eltern stehen Ratgeber und Bildbände zur Verfügung. Bald soll es übrigens für die Bücherei, die Teil der Krankenhaus-Seelsorge ist, mehr Platz geben.


Aus dem Bitt- und Dankbuch …


– Lieber Gott! Danke, dass ich wieder gesund bin und zu meinen Eltern und Geschwistern nach Hause kann.
Dein Hannes


– Lieber Gott! Schenke Clemens und Verena die Kraft, dass sie in Zukunft Sieger über ihren Körper werden und genügend Abwehrkräfte bzw. Schutz haben und gesund werden.
Kornelia


– Gott, danke, dass Carolina sterben durfte. Du schenkst das Leben und du nimmst das Leben. Du hast zwar, als mein kleiner Liebling zur Welt kam, weggesehen, aber ich bin froh, dass selbst du ihrem Leiden nicht länger zusehen konntest. Mach jetzt einen kleinen Engel aus ihr, sie ist hübsch genug dazu.
Eine Mutter


– Bitte, lieber Gott, hilf mir, dass ich wieder gesund werde.
Marlies


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