Mettmach ist dabei, die Jugendarbeit der Organisationen zu koordinieren
Ausgabe: 2000/07, Mettmach, Jugend
15.02.2000
- Judith Moser
Nicht nur die Pfarren, auch viele Vereine und Organisationen klagen über Schwierigkeiten, Jugendliche für ehrenamtliche Arbeit zu interessieren. In Mettmach wird gerade ein neuer Weg ausprobiert.
21 Personen – Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern und Personen, die in den Vereinen in Mettmach Jugendarbeit leisten – waren der Einladung von Robert Seyr gefolgt und am 10. Februar zum ersten „Jugendforum“ in das Gemeindeamt gekommen. Robert Seyr ist seit Herbst 1999 als Jugendleiter im DekanatAspach und Braunau tätig. Mettmach, das heißt Kinder- und Jugendarbeit in der Pfarre, ist ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit.
Vorhandenes beachten
Als „Neuer“ möchte er sich die vorhandenen Angebote für junge Leute in Mettmach anschauen: „Damit ich nicht an etwas Bestehendem vorbeiarbeite oder gar Konkurrenz dazu schaffe.“In Mettmach leben 75 13- bis 14-Jährige, 85 14- bis 16-Jährige und 120 „ältere Jugendliche“, die zwischen 16 und 19 Jahre alt sind. Insgesamt geht es also um 280 Personen. Die meisten Organisationen haben trotz der vielen jungen Leute Schwierigkeiten beim „Nachwuchs“. Ein Grund dafür könnte sein, dass „Aktive“ zugleich in mehreren Vereinen tätig und daher schnell überfordert sind. Es liegt im Interesse aller Vereine, Möglichkeiten zu finden, auch die bisher nicht erreichbaren Jugendlichen zu begeistern.
Gemeinsame Ansätze
Für Mettmach ist es schwierig, die Jugendlichen in der eigenen Gemeinde zu „verwurzeln“, weil viele von ihnen höhere Schulen und Lehren außerhalb – in Ried und Braunau – absolvieren.Die Anwesenden fanden aber noch andere Probleme für ihre Arbeit, etwa dass das Freizeit-Angebot für Jugendliche bereits sehr groß ist oder dass elektronische Medien (besonders Computer) eine Konkurrenz darstellen. Einigkeit herrschte auch über Angebote, die Jugendlichen in Mettmach fehlen, etwa ein offener Treffpunkt. Allgemein wünschen sich die Jugendarbeiter/innen mehr Unterstützung der Pfarr- und Gemeindeleitung, was Pfarrer Kurt Leitner und Bürgermeister Josef Gaisbauer auch versprachen!Wie es mit dem Jugendforum weitergehen wird, ist nach dem ersten Treffen nicht eindeutig zu sagen. Die Frage, ob die Anwesenden überhaupt bereit sind, zusätzlich zu ihrer Arbeit auch beim Jugendforum tätig zu sein, wurde sehr unterschiedlich beantwortet.
Wie’s weitergeht
Neben der Möglichkeit „gemeinsam etwas Größeres machen zu können, was einer allein nicht schafft“, hat jemand anderer genug mit dem „Kampf um die eigene Jugend“ zu tun. Manche waren skeptisch, ob das Jugendforum nicht doch eine Konkurrenz für das eigene Angebot werden könnte. Besonders die Eltern waren an einer Mitarbeit sehr interessiert. Ein konkretes Projekt wurde spontan „andiskutiert“: die Idee, einen offenen Treffpunkt zu verwirklichen.
Das nächste Treffen ist jedenfalls geplant: Vor den Sommerferien, wenn eine Umfrage unter Jugendlichen, die die Hauptschule zum 30-Jahr-Jubiläum durchführt, ausgewertet sein wird.