Die Kath. Jugend Land Innviertel ließ die Nacht zum Tag werden
Ausgabe: 2000/07, Jugend, Altheim, Nacht
15.02.2000
- Judith Moser
Unter dem Motto „Sun has gone“ verbrachten mehr als 50 Jugendliche die Nacht von 12. auf 13. Februar gemeinsam im Pfarrsaal Altheim
Jugendliche haben eher den Ruf, sich am Samstag Abend in einem Lokal oder bei einem Fest zu treffen und dort bis in die Morgenstunden zu feiern. Dass das nicht unbedingt so aussehen muss, wie sich das die meisten Erwachsenen vorstellen, haben die Veranstalter/innen (Kath. Jugend Land Innviertel) und Teilnehmer/innen von „Sun has gone“ (etwa „Sonne ist gegangen“) bewiesen. Am Programm standen verschiedene Workshops: Internet-Surfen, Photo-Morphing, Gipshände gießen, Spiele aus aller Welt, Bodypainting, Rappen, ein Video filmen; Danach wurde die Nacht mit einem „Dämmerungsritual“ begrüßt: mit Gesang, einem Text und schließlich „fingen“ die Jugendlichen einen „imaginären Mond“ auf und „schupften“ ihn weiter.Um Mitternacht feierte Pfarrer Franz Strasser mit den Jugendlichen einen Gottesdienst. Nach einerJause ging’smit zwei Stun-den „RollingMagazine“weiter – einem Programm mit viel Tanz-Musik, dazwischen Spiele und Anregungen zum Nach- und Weiterdenken. In den frühen Morgenstunden hatten die Jugendlichen Zeit zum „Chillen“, also Ausruhen, bevor draußen ein Spiel mit „Raumschiffen“ startete. Den Abschluss bildete ein Dämmerungsritual und Frühstück bis etwa sieben Uhr!
„Die Spiele und so, das ist schon super“ –Abendgestaltung einmal anders
Eine Umfrage unter den Teilnehmer/innen von „Sun has gone“
„Wie gefällt dir ‘Sun hasgone’?“ lautete die Frage an Jugendliche, die in Altheim dabei waren.
„Mir gefällt es hier ganz gut“, meint Julia, 15, aus Geiersberg. Die Kath. Jugend kennt sie schon von Veranstaltungen auf der Burg Altpernstein. Sie darf sonst noch nicht so oft ausgehen. Sebastian, 17, aus Ried war schon bei „Sun has gone“ 1999 in Taiskirchen dabei. Das war „voll spitze“ und deshalb war er überzeugt, dass auch „Sun has gone“ 2000 eine tolle Nacht werden würde. Besonders gefallen haben ihm die neuen Workshops. Sein Alternativ-Programm wäre gewesen: „Fortgehen in ein Lokal“. Auch Luzia, 17, aus Ried kennt „Sun has gone“. Sie hat heuer in der Maquila-Bar mitgeholfen. „Es hat mir voriges Jahr so gut gefallen, deshalb bin ich wieder dabei!“, meint sie. Magdalena, 21, hat den weiten Weg von Gallneukirchen auf sich genommen, um einige Bekannte wiederzusehen. Sie hat nicht genau gewusst, was sie bei „Sun has gone“ erwarten würde und ließ sich überraschen, „weil mich so Sachen einfach interessieren“. „Die Spiele und so, das ist schon super“, meint Stefan, 18, zu „Sun has gone“. Seine Freundin hat ihn für die Veranstaltung begeistern können. Alternativ-Programm wäre ein Pub in Wels gewesen. „Ich hab von einem Flyer im Jugendtreff von der Veranstaltung erfahren“, erzählt Florian, 21, aus Münzkirchen. Er ist mit Freunden „zu viert und ein Auto“ nach Altheim gekommen. Eigentlich wollte Florian einige Jugendliche aus dem Jugendtreff herfahren. Weil sie nicht mitgekommen sind, sind halt die „Älteren“ allein zu „Sun has gone“ gekommen. „Mein Bruder hat von der Veranstaltung erfahren, da hab ich gedacht, ich fahr mit“, erzählt Maria, 20, aus Münzkirchen: „Ich finde die Sachen, die man hier machen kann, super.“ „Ein Freund hat mich zur Veranstaltung überredet, und dann hat er abgesagt!“, erzählt Martin, 22 aus Riedau. Deshalb ist er allein nach Altheim gekommen: „So etwas taugt mir, weil’s einmal etwas anderes ist. Ich wär’ sonst sicher auf ein Festl mitgegangen.“