In der von der KFOR-Friedenstruppe besetzten Provinz im Süden Serbiens kam es letzte Woche zu neuen Konflikten. Zeitgleich trafen Vertreter der christlichen Friedensbewegung „Pax Christi“ und der Friedensforschung mit in OÖ lebenden Kosovo-Albanern zusammen. Neben aktueller Lage-Information ging es um konkrete Hilfe und um die Planung einer Veranstaltung zum 1. Jahrestag der NATO-Angriffe, die am 24. März 2000 in Linz stattfinden soll. Dabei soll auch der Linzer Appell präsentiert werden.
Appell
Der Kosovo-Krieg 1999 war vermeidbar. Vor den NATO-Angriffen hätte es mehr nicht-militärische Möglichkeiten gegeben. Die politischen Weichen sollen so gestellt werden, dass künftig ähnliche Kriege zu verhindern sind. Die Kosovo-Initiative Linz appelliert daher an die Regierungen der neutralen und bündnisfreien Staaten: Leiten Sie folgende notwendige Maßnahmen ein:
- Verzehnfachung der Mittel für die OSZE und die Internationalen Friedensdienste - Schaffung eines „Internationalen UNO-Interventionsrates“: Experten, die von Parlamenten aller Staaten für 8 – 10 Jahre gewählt werden und weisungsfrei in geheimer Abstimmung entscheiden, ob massive Menschenrechtsverletzungen in einem oder durch einen Staat den Eingriff der internationalen Gemeinschaft erfordern und mit welchen (zuerst nicht-militärischen) Mitteln. - Ausbildung von Beratern für ethno-nationale Konflikte - Schaffung von Systemen zur Früherkennung von Krisen, die zu Kriegen führen könnten und frühzeitiger Einsatz ziviler Kräfte zur Konfliktbearbeitung.
Das alles kostet nur einen Bruchteil dessen, was der Kosovo-Krieg und die Folgen kosten. Frieden und Menschlichkeit zahlen sich aus.