Frauen in der Diözese: Was sie arbeiten und wie viel sie verdienen
Ausgabe: 2000/10, Frauen
08.03.2000
- Elisabeth Leitner
Dass Abteilungsleiterinnen in der Diözese Linz rar sind, verwundert nicht wirklich. Eine Studie hat nun Licht in die diözesanen Beschäftigungsverhältnisse gebracht und Zahlen auf den Tisch gelegt.
Seit einigen Wochen wurde die Arbeitssituation von Frauen, die in diözesanen Einrichtungen tätig sind, näher beleuchtet. Welche Arbeiten erledigen Frauen, in welchen Positionen sind sie vertreten und wie werden sie dafür bezahlt? Diese Fragen waren Ausgangspunkt für die Studie, die im Auftrag der Diözesanen Frauenkommission erstellt wurde.
Mehr Frauen in der Caritas
Das Ergebnis überrascht nicht, ist aber dennoch ernüchternd: Frauen sind in höchsten Leitungsebenen (Bischof, Ökonom, Rektoren) mit null Prozent vertreten, auf der zweiten Leitungsebene (Leiter/innen von Personalstellen, Professor/innen ...) beträgt der Frauenanteil 15,4 Prozent, in der dritten Ebene steigt dieser auf 36,6 Prozent (Leitungsfunktionen in Finanzkammer, Ordinariat, ...). Nur die „Caritas“ bildet eine Ausnahme: In der dritten Ebene sind hier deutlich mehr Frauen als Männer vertreten, soziales/caritatives Engagement ist eben sehr oft noch Frauensache.
Geringer bewertet
Insgesamt arbeiten in diözesanen Einrichtungen 1.568 Personen, davon sind 1094 Frauen. Diese sind im Gegensatz zu Männern mehrheitlich teilzeitbeschäftigt und weisen kürzere Dienstzeiten auf. Der Anteil an Akademikerinnen ist relativ gering (nur 7,7 %), durchschnittlich verdienen Frauen weniger als Männer. Die unterschiedliche Entlohnung hängt – wie die Studie detailliert darlegt – zu 12,4 Prozent mit dem Geschlecht der Beschäftigten zusammen. Mag. Gabriele Kienesberger, Frauenbeauftragte der Diözese Linz und Mitarbeiterin dieser Studie schließt daraus, dass „weibliche Arbeit“ weniger wert ist und entsprechend geringer entlohnt wird. Die Ergebnisse dieser Studie weisen eine „systematische Ungleichstellung“ von arbeitenden Frauen in der Kirche nach, die Kirche liegt damit ein wenig hinter dem gesellschaftlichen Trend. Die Studie macht deutlich, dass Maßnahmen zur Förderung von Frauen unumgänglich sind, um z. B. die Frauenquote in Führungspositionen zu erhöhen. Grundsätzlich scheint es notwendig, an den soganannten männlichen Privilegien zu rütteln, damit eine Gleichstellung auch nur annähernd erreicht werden kann, so Kienesberger.