Die Pfarre Kremsmünster macht Platz für die Jugend
Ausgabe: 2000/10, Kremsmünster, Jugendzentrum
08.03.2000
- Judith Moser
Der erste Stock des Meierhofes im Stift Kremsmünster ist derzeit eine Baustelle. Ein ehrgeiziges Projekt wird hier verwirklicht: das „Jugend-Netzwerk Kremsmünster“.
Den Jugendtreff „Zur grünen Wildsau“ gibt es seit etwa zwei Jahren in Kremsmünster. Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren treffen sich in der Pfarrheimküche, junge Erwachsene betreuen den Treff ehrenamtlich. Weil die Küche auch von anderen Gruppen der Pfarre genutzt wird, ist der Wunsch nach eigenen Räumen immer lauter geworden. Jugendliche möchten „ihre“ Räume schließlich auch selbst gestalten dürfen.Seit Herbst 1999 ist Franz Mayr Dekanatsjugendleiter in Kremsmünster, die Pfarre ist ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Pfarrer P. Christoph Eisl hat darin eine Chance gesehen, den Wunsch der Jugendlichen weiterzudenken, und so ist das Projekt „Jugend Netzwerk Kremsmünster“ entstanden.„Die Überlegung war, auch für andere Jugendarbeit Räume zu suchen“, erklärt Franz Mayr, warum das Projekt schlussendlich weit mehr als „nur“ ein neues Zuhause für die „Wildsau“ beinhaltet. Der unbewohnte erste Stock des Meierhofes im Stift erschien als geeigneter Platz für die Jugendräume.
220 Quadratmeter für Jugend
Auf insgesamt 220 Quadratmetern sollen zwei Räume für Jugendarbeit, ein Probenraum, ein Raum für Gruppenstunden der Kath. Jugend, ein Meditations- und Besprechungsraum und ein Büro für den Jugendleiter und zwei weitere Jugendarbeiter/innen entstehen. Die Bodenheizung wird mit der Wärmepumpe des Meierhofes betrieben.Die Hälfte der auf zwei Millionen Schilling geschätzten Kosten wird das Kloster tragen. Finanzielle Hilfe gibt es vom Land OÖ, der Gemeinde Kremsmünster und von privaten Spenderinnen und Spendern. In den Räumen wird auch nicht kirchliche Jugendarbeit Platz haben. Das „Jugend-Impulszentrum“ soll für das ganze Dekanat Anstöße geben. Die elf Pfarrer, denen Franz Mayr das Konzept vorgestellt hat, haben seine Ideen gut gefunden und werden sie unterstützen, wenn auch anfänglich Bedenken vorhanden waren, ob nicht die „eigenen Leute“ nach Kremsmünster „abgezogen“ würden. „Alle waren begeistert, dass da etwas geschieht. Viele Pfarren sind doch hilflos angesichts der Jugendsituation“, so P. Christoph Eisl, Pfarrer in Kremsmünster.Seit Jänner wird umgebaut, im Mai soll alles fertig sein. Der Einweihungs-Termin steht aber noch nicht fest. Die inoffizielle Eröffnung mit den Jugendlichen wird am 14. Juli sein, mit der letzten Jugendvesper für das Arbeitsjahr in der Michaelskapelle des Stifts. Danach ist ein Open Air geplant
„Netzwerk“ oder „Yoyo“?
Ungewiss ist auch noch der Name des Zentrums. Zwei Vorschläge sind „Netzwerk“ (soll ausdrücken, dass es offen ist für alle), oder „Yoyo“ (kann bedeuten: Man geht und kommt wieder, und es gibt eine Verbindung). Jugendliche sind aufgefordert, eigene Vorschläge einzubringen. Für die besten Ideen gibt es Preise. Und für Spenden ist das „Jugend-Impulszentrum“ natürlich auch offen. Mehr darüber weiß Franz Mayr, Tel: 07583/52 75-168, E-Mail: dekanatsjugend@kremsmuenster.at.