„Hier sind Leute, die die selben Probleme haben wie ich“, sagt Manfred und ist froh, eine Gemeinschaft gefunden zu haben.
Ende der Siebziger-Jahre hat alles begonnen: Auf Initiative von Eltern behinderter Jugendlicher im Bezirk Kirchdorf wurde mit Unterstützung des privaten Trägervereins um das Jugendfreizeitheim Schloss Klaus das Projekt „Werkstätte für angepasste Arbeit“ begonnen. Ein Projekt, das sich rasch entwickelt hat: von der ambulanten Betreuung und einer provisorischen Unterbringung hin zu einer festen Unterkunft in Kirchdorf und der Gründung der „DIG-Tagesheimstätte“. Das war 1981. Die Sozialabteilung des Landes Oberösterreich stand und steht unterstützend hinter dem Projekt. 1986 wurde eine zweite Tagesheimstätte in Windischgarsten eröffnet – insgesamt werden nun schon 40 Menschen betreut. Seit 1991 stehen auch Unterkünfte im eigenen Wohnheim zur Verfügung.
„DIG“ – ein nicht vielen (Katholiken) geläufiger Name – steht für die tragende Idee dieser Einrichtung: „Diakonie in der Gemeinde“.
„Christliche Grundwerte und biblisches Menschenbild sind geistliche Grundlagen für unsere Arbeit. Gerade der Mensch in einer Bedürftigkeit und Beschränktheit ist ein in besonderer Weise Geliebter Gottes. Diese Liebe möchten wir weitergeben, weil wir sie selbst an uns erfahren haben und durch sie getragen werden.“ So steht es im „Tautropfen“, der Informationsschrift vom Schloss Klaus zur Diakonie in der Gemeinde.
Die Tagesheimstätte Kirchdorf wird von Ralf Ziegenberg geleitet. Hier arbeiten Menschen mit leichten, schweren und mehrfachen Behinderungen verschiedener Alterstufen in der Flechterei, Töpferei, Weberei und Tischlerei. Auch in der Küche und Hauswirtschaft sowie im Garten sind Arbeiten zu verrichten. Viele Aufträge aus der Industrie werden erledigt. Einen hervorragenden Ruf haben die kunsthandwerklichen Erzeugnisse. Berühmt ist das hier entwickelte Holzkreuz. Fähigkeiten entdecken und fördern ist das Motto der Beschäftigung.
Doch es ist nicht nur Arbeit, was „DIG“ ausmacht. Die Menschen – Betreuer/innen und Betreute – sind eingebunden in eine ganzheitliche Idee: fördern und fordern, miteinander leben, den Alltag bewältigen, voneinander lernen, miteinander wachsen. Spiel, Andacht, Musik und Sport sind gemeinschaftsbildend wie wie Ausflüge und Feste auch.
„Diakonie in der Gemeinde“ in Kirchdorf und Windischgarsten ist eine Einrichtung der „Missionsgemeinschaft der Fackelträger – Schloss Klaus“. Dies ist ein evangelisch-kirchlicher Verein. Die Missionsgemeinschaft ist Mitglied des „Diakonischen Werkes Österreich“.