„Ich genieße es, mir taugt das unheimlich“, schwärmt Anna Gruber vom Ischler Urlaub (siehe Seite 4). „Meine Söhne sind in Wien. So bin ich daheim oft den ganzen Tag mit meinem Mann alleine.“ Die Besuche professioneller Helfer/innen an drei Tagen in der Woche sind auch eher kurz. Der Kirchgang am Sonntag ist nur möglich, wenn einer der Söhne zu Hause ist. „Hier in Ischl kann ich auch einmal massieren gehen, mit anderen Musik hören, Vorträge besuchen ... Daheim ist das nicht möglich.“ Wird Ähnliches wieder angeboten, will sie unbedingt wieder mitmachen.
Als ihr Mann 1993 in Pension ging, wurde er auffallend bequem. Er will seine Ruhe haben, dachte sie zunächst, doch der Mann zog sich mehr und mehr zurück. 1996 wurde Alzheimer, diagnostiziert, der Alltag veränderte sich weiter. „Früher habe ich mich an ihm festhalten können, jetzt hält er sich an mir fest“, sagt Anna Gruber. Ihr Gottvertrauen, die Kinder und die Enkelkinder geben ihr Halt. Auch ihrem Mann bedeuten die Kinder sehr viel. Mehr und mehr ließen seine Fähigkeiten nach – beim Schreiben und Rechnen etwa. Ein Auftritt im „help-TV“ wirkte wenigstens dem Tuscheln entgegen. „Man soll die Krankheit nicht verschweigen“, ist die Lehre aus diesen Erfahrungen.
Dass der Urlaub so gelingen konnte, ist al jenen zu danken, die sich in den Dienst dieses für Österreich einmaligen Projektes stellten. Eine von ihnen war Doris Otte, Sozialarbeiterin in der Wiener Pfarre Krim (19. Bezirk). Ihre Validations-Angebote für die Angehörigen schulten diese, sich besser mitzuteilen, was im Umgang mit verwirrten Menschen oft eine Grundschwierigkeit ist. „Validation“, so Doris Otte, „bedeutet Wertschätzung. Ich halte die Gefühle des Patienten für gültig. Indem ich ihm spiegle, dass ich ihn verstehe, ist es wieder möglich, Kontakt zu bekommen.“ Der betreuende Mensch passt sich in Körperhaltung, Gestik, ja Atemrhythmus. dem Patienten an – eine Brücke des Verstehens. – „Es ist wichtig, dass der verwirrte Mensch seine Gefühle ausdrücken kann “, sagt Frau Otte.
Genau dieses „Gefühle-Ausdrücken“ wurde in Bad Ischl groß geschrieben. Etwa bei den Tanzveranstaltungen, zu denen der Kneippverband eingeladen hat.
Der Verein MAS ist für jede Unterstützung dankbar. Konto: 161/0311/41 bei der Oberbank Bad Ischl (BLZ 15030)