Ein Oberösterreicher als Missionar auf Zeit in Paraquay
Ausgabe: 2000/13, Schmolz, Paraquay, Missionar
28.03.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Der 31-jährige Franz Schmolz aus St. Marienkirchen bei Schärding war als „Missionar auf Zeit“ in Santa Fe tätig.
Paraquay, im Herzen Südamerikas, ist etwas größer als Deutschland, hat jedoch nur fünf Millionen Einwohner. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre. Familien mit 10 bis 15 Kindern sind keine Seltenheit. Die Paraquayer/innen haben einen großen Nationalstolz, dazu sind sie sehr gastfreundlich. Zeit spielt dabei keine Rolle – der Gast ist König.
Politisch unsicher
Politisch ist Paraquay eine junge, jedoch unsichere Demokratie, die immer wieder von Streiks und Korruption heimgesucht wird. Erst im Frühjahr 1999 wurde eine Demonstration von der Armee blutig niedergeschlagen.Einrichtungen wie Krankenversicherung sind dort fremd. Ist jemand krank, so steht das ganze Dorf zusammen, um die anfallenden Kosten abzudecken.In diesen Teil der Erde begab sich im September 1998 in einem 13-stündigen Flug über 13.000 Kilometer der St. Marienkirchner Franz Schmolz zu einem 14 Monate dauernden Missionseinsatz. Sein Einsatzgebiet war Santa Fe, ein Ort mit 1000 Einwohnern im östlichen Teil des Landes, nicht weit vom derzeit größten Kraftwerk der Welt, Itaipu, entfernt. Ganz in der Nähe befinden sich auch die berühmten Iguazu-Wasserfälle.
Pfarre mit drei Sprachen
Das Aufgabengebiet des Oberösterreichers, gemeinsam mit einer Vorarlbergerin, war die Jugendbetreuung und die Mitarbeit in dieser Pfarre. Sie wird von einem philippinischen Priester, einem Steyler Missionar, geleitet. Das Betreuungsgebiet ist groß, neben der Pfarrkirche in Santa Fe gehören zur Pfarre noch 30 Kirchen oder Kapellen. Die Gläubigen sprechen drei Sprachen: Spanisch (Hauptsprache des Landes), Portugiesisch (Sprache der brasilianischen Einwohner) und Gurani (Sprache der paraquayanischen Landesbevölkerung). Nebenbei nahm sich der 31-jährige Innviertler auch Zeit, das Land gründlich kennen zu lernen.Wo vor 30 Jahren noch Urwald wuchs, bewirtschaften heute Bauern ihre Felder. Sie ernten großteils Mais, Weizen und Soja. Die Betriebe sind nicht selten 4000 Hektar groß. Der Erlös ihres Ertrages ist sehr gering. Daneben werden auch große Rinderherden in der unendlich weiten Ebene gehalten.Die Winter sind mild, es fällt nie Schnee, im Sommer (November bis März) klettert das Thermometer meist über 40 Grad Celsius. Bemerkenswert ist das Verkehrsnetz. Es gibt keine Eisenbahn. Rund um die Hauptstadt Asuncion sind die Straßen und einige Fernstraßen gut ausgebaut, auf dem Land gibt es jedoch nur Lehmstraßen. Wenn es regnet, verwandeln sich die Verkehrswege in Schlamm-Massen.
Viele Freundschaften
Jetzt erst, einige Wochen nach der Rückkehr in die Heimat, wird Franz Schmolz die Tragweite dieses freiwilligen Einsatzes bewusst, konnten doch viele Beziehungen geknüpft und Freunde gewonnen werden. Nach den großartigen Erlebnissen wird es sicher ein baldiges Wiedersehen mit Paraquay geben. Es ist ein faszinierendes Land, das jedenfalls eine Reise wert ist.