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Eine kräftige Stimme in Kirche und Gesellschaft

Der Kath. Laienrat Österreichs will mehr Profil zeigen
Ausgabe: 2000/14, Laienrat
04.04.2000
- Hans Baumgartner
Ein stärkeres gemeinsames Auftreten der Laienorganisationen in kirchlichen und gesellschaftlichen Reformanliegen ist das Ziel des neuen Präsidenten des Laienrates.

Seit zwei Wochen ist der Niederösterreicher Wolfgang Rank Präsident des Katholischen Laienrates Österreichs. Sein Hauptanliegen ist es, dass diese Plattform sehr unterschiedlicher Laienorganisationen wieder ein stärkeres Gewicht in Kirche und Gesellschaft bekommt. „Dazu ist es notwendig“, so Rank, „dass wir aus der Arbeit der Organisationen mehr gemeinsame Anliegen herausfiltern. Es geht nicht darum, oberlehrerhaft die Mitgliedsorganisationen zu bevormunden, sondern um eine stärkere gegenseitige Unterstützung und Vernetzung, damit Positionen kraftvoller vertreten werden.“

Gemeinsame Anliegen

„In der gegenwärtigen Situation brauchen wir sowohl in der Kirche als auch im politischen und gesellschaftlichen Diskurs ein selbstbewussteres Auftreten engagierter und kompetenter Laien“, ist Wolfgang Rank überzeugt. Im Kirchenzeitungsgespräch benennt Rank eine Reihe von Anliegen, wo seiner Meinung nach der Laienrat aktiv werden sollte:
- Werterziehung. Die moderne Gesellschaft stelle hohe Anforderungen an den verantwortlichen Umgang mit der Freiheit. Deshalb sei die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Wertangeboten für heranwachsende Menschen von großer Bedeutung. Die Gesellschaft müsse daher dafür sorgen, so Rank, dass auch jene Jugendliche, die im Religionsunterricht nicht mehr erreicht werden, eine qualifizierte Werterziehung erhalten, etwa durch einen alternativen Ethikunterricht.
- Lebensschutz. Das vorhandene Engagement der Organisationen sollte durch den Laienrat verstärkt und in einem umfassenden Konzept für das Leben gebündelt werden, meint Rank. „Da geht es um den Ausbau der Schwangeren-Konfliktberatung, um die Förderung eines menschenwürdigen Lebens im Alter, um Fragen der Menschenwürde im Zusammenhang mit Asylanten, Langzeitarbeitslosen und Armutsgefährdeten ebenso wie um die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt, um Sterbebegleitung und um den Stellenwert behinderten Lebens.“
- Ethik in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Umstrittene Gentechnik-Patente und Biomedizinabkommen, die Sanktionen gegen die Regierung in Österreich oder die Diskussion um eine Grundrechtecharta der EU machen deutlich, dass derzeit europaweit eine Wertediskussion im Gang ist. Die Kirchen sind angefragt, ihren Beitrag zu leisten. Für Rank eine besondere Herausforderung an die Laien, da sie in vielen Sachbereichen und Lebensfeldern über die notwendige Kompetenz verfügen. Die Wertediskussion mache auch deutlich, dass die europäische Zusammenarbeit der Laienorganisationen verstärkt werden müsse.

Noch keine Sonntags-Linie

Auch die Frage des gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags hat für Rank eine „europäische Dimension“. Wenngleich die konkreten politischen Entscheidungen in Österreich zu treffen sind, hat die „Großwetterlage“, etwa Arbeitszeitregelungen in anderen Ländern, großen Einfluss. Für eine Strategie des Laienrates zur Sonntagsfrage sieht Rank derzeit noch keine gemeinsame Linie. Die einen fordern ein entschlossenes politisches Auftreten, für die anderen ist das mehr eine Frage des persönlichen Glaubens, wieweit man den Sonntag ernst nimmt. Für Rank könnte sich die Frage aber zuspitzen, wenn über die Sonntagsarbeit auf Betriebsebene entschieden werden sollte, wie das im Regierungsprogramm steht. Da könnte der Druck auf die Arbeitnehmer, am Sonntag zu arbeiten, massiv zunehmen.Innerhalb der Kirche sieht Rank vor allem Handlungsbedarf beim „Dialog für Österreich“. „Hier scheint vieles nicht so weiterzugehen, wie wir uns das nach dem Salzburger Delegiertentag erwartet haben. Da müssen wir als Laien selbstbewusster unsere Anliegen vorantreiben und nicht bloß darauf warten, was die Bischöfe tun.“


Stichwort


Der Katholische Laienrat ist die Plattform der Laienorganisationen der Kirche Österreichs. Er umfasst fünf Kurien, die jeweils eine/n Vertreter/in ins Präsidium entsenden.
- Die Katholische Aktion (KA) mit ihren Gliederungen und Diözesanorganisationen,
- die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) mit ihren 20 Mitgliedsorganisationen (MKV, CV, Michaelsbund, Kolping, Union etc.),
- die apostolischen Organisationen (Cursillo, Action 365, Opus Dei u. a.),
- 20 Vertreter/innen der Diözesen (werden gewählt oder ernannt),
- Kurie der Einzelpersonen (18 Persönlichkeiten, davon 12 vom Laienrat gewählt, 6 von der BIKO ernannt – z. B. Küberl, Ebner, Feichtlbauer).
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