Auf politischer Seite schienen sich alle ziemlich einig: Der Sonntag soll grundsätzlich arbeitsfrei bleiben. Die Parlamentarierinnen Inge Jäger (SPÖ) und Anneliese Aumayr (FPÖ) sahen das ebenso wie der Landtagsabgeordnete Dr. Walter Entholzer (VP). Auch der Direktor der Stärkefabrik Agrana Dr. Erhard Puschautz ist im Prinzip dafür, von Betriebspfarrer Hans Gruber war es ja fast selbstverständlich anzunehmen. Nur: Die rund 100 Besucher bei der Podiumsdiskussion „Allianz für den Sonntag“ am Montag, 3. April blieben skeptisch, ob dieser bekundete Wille auch halten werde. Warum spießt es sich dann, dass der freie Sonntag in der Bundesverfassung verankert wird? Der Eine-Welt-Kreis Aschach hatte zu diesem Abend geladen. Als ein Weltthema erwies sich die Thematik auch: Der Fabriksdirektor sieht im internationalen Preisdruck bei Agrarprodukten den Grund, warum auch in der Aschacher Agrana im Schichtbetrieb die Maschinen durchlaufen müssen. Niemand würde allerdings gezwungen, in der Schicht zu arbeiten. Die guten Arbeitsmarktdaten im Bezirk würden Ausweichmöglichkeiten bieten. Der Wirtschaftskampf auf internationaler Ebene, vor allem die großen Filialketten erzeugen den Druck, sagen Politiker und Pfarrer. Eine kleine, engagierte Gruppe hat einen Baustein gesetzt, dass sich die Leute nicht an die Vorstellung eines Arbeitens rund um die Uhr gewöhnen. Vor allem die schlecht bezahlten Posten wären es, die auch am Sonntag arbeiten müssten, wurde betont. Sogar die Sklaven hätten in biblischen Zeiten am Sonntag frei gehabt. Aber das ist lange her. Den Gescmack am Sonntag gelte es zu wecken, meinte Pfarrer Gruber. Erst wenn die Leute den Sonntag mögen, werden sie ihn verteidigen. Da hätte gerade die Kirche vieles zu bieten.