Es kommt Bewegung in das Tauziehen um die Zukunft des „Sonnenhofes am Freinberg in Linz. Derzeit werden dort etwa 400 alte, behinderte bzw. pflegebedürftige Menschen betreut, deren Anzahl sinkt, weil die Heimverordnung dies verlangt. Träger des Sonnenhofes ist die Vinzenzgemeinschaft der Pfarre Hl. Familie in Linz.
Rekapitulieren wir zunächst:
Im letzten Quartal des Jahres 1999 sah es, wie die Kirchenzeitung in Nr. 2/2000 berichtete, durch die Mitteilung von Landesrat Ackerl aus, als könnte der dringend den baulichen Altenheim-Standards anzupassende und neu zu bauende Sonnenhof nicht mehr in Trägerschaft der Vinzenzgemeinschaft bleiben. Landesrat Ackerl wünschte sich die Caritas als Träger. Diese bekundete ihrerseits, sich das vorstellen zu können, wenn auch die Vinzengemeinschaft mit dieser Lösung einverstanden sei. Gleichzeitig sprach Landesrat Ackerl davon, dass am Standort nur noch ein Neubau mit einer Bettenzahl von 120 errichtet werden könne. Bei der Vinzenzgemeinschaft herrschte große Betroffenheit einerseits wegen des drohenden Verlustes der Trägerschaft und weil in den Verhandlungen seit 1996 von einer Zusage über einen Neubau mit 240 Betten die Rede war. Betroffen waren auch die über 250 Mitarbeiter/innen, die um ihre Arbeitsplätze fürchteten. Proteste gegen die Vorgangsweise gab es daher viele. Ebenso wurde verhandelt, wobei sich der Betriebsrat des Sonnenhofes (Vorsitzender Gerhard Lanzerstorfer) stark einbrachte.Landesrat Ackerl wollte die Caritas als Träger, weil diese eine große, erfahrene Organisation sei und außerdem kirchlich ist.
Was zwischenzeitlich geschah:
Auf der Suche nach Alternativen wurde nun von Seiten des Sonnenhofes mit den Barmherzigen Schwestern Kontakt aufgenommen. Eine Zusammenarbeit Sonnenhof– Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern hätte viele Synergie-Effekte. So sei zu bedenken, dass viele Patienten länger im Krankenhaus verbleiben, weil es keine geeigneten Pflegeplätze gibt. Im Sonnenhof ist man auf solche Pflege eingerichtet. Etwa 80% der Bewohner/ innen sind intensiv pflegebedürftig. Groß und kirchlich – das erfüllen auch die Barmherzigen Schwestern.
Die Entwicklung der letzten Wochen:
Ende März ließ die Gewerkschaft Handel-Transport-Verkehr (für die Arbeitnehmer/innen im Sonnenhof zuständig) verlauten, dass Sozial-Landesrat Josef Ackerl einem Bau am alten Standort zustimme. Der Sonnenhof könne in Trägerschaft der Vinzenzgemeinschaft bleiben, die zwar pro 120 -Betten-Bauetappe zehn bis zwölf Millionen Schilling Eigenmittel aufbringen müsse. Die Gespräche mit dem „Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz Betriebs Ges. m. b. H.“ zeigen, dass beide Verhandlungspartner aneinander großes Interesse haben. Wie die Kooperation ausschauen wird, ist allerdings erst festzulegen. Die nächsten zwei Monate sollten Klarheit in die Sache bringen, denn immerhin werden dann die Budgets der öffentlichen Hand verhandelt. Klärungsbedarf besteht noch, welche derzeitigen Dienstleistungen am Standort erhalten bleiben. Ein Fragezeichen steht auch hinter der 240-Betten-Ausbaustufe. Der Betriebsrat äußert die Sorge, dass dem ersten Trakt kein zweiter mehr folgen könnte, weil sich die Sache dann zieht. Auch die ÖVP urgiert in diese Richtung Informationen.