Neuhofen/Krems setzte ein vielversprechendes Signal der Verständigung
Ausgabe: 2000/15, Neuhofen, Land der Menschen
11.04.2000
- Ernst Gansinger
Eine sehr erfreuliche Beteiligung fand die oberösterreichische Auftaktveranstaltung der Initiative „Land der Menschen“ am 7. April in Neuhofen an der Krems.Der mehr als 500 Menschen fassende Saal des Forum Neuhofen war an diesem Abend übervoll, als die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, Hochschulseelsorger Mag. Helmut Schüller, der Briefbombenermittler Oberst Fritz Maringer, KA-Präsidentin Margit Hauft und andere Teilnehmer am Podium zum Dialog ermutigten: Reden wir darüber, Fakten statt Gerüchte, Zahlen statt Schätzungen, Dialog statt Angst“ war das Motto.
Schüler/innen der beiden Hauptschulen von Neuhofen und des Stiftsgymnasiums Kremsmünster präsentierten vor der Podiumsdiskussion Arbeiten, die sie im Unterricht erstellt hatten: Zeichnungen, Aufsätze, Szenen über das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Was beabsichtigt ist, das wurde nachahmenswert vorgezeigt: Ventile zu schaffen – Menschen, die zuhören – und Plattformen zu schaffen für eine offene Kommunikation. Dazu gab es viele Fakten: Derzeit leben etwa 750.000 Ausländer in Österreich (etwa 9,1% der Gesamtbevölkerung, in Oberösterreich sind es 7%). Wer sich in Österreich niederlassen will, braucht eine Aufenthaltsbewilligung, die er im Herkunftsland beantragen muss. Damit er/sie diese bekommt, müssen Wohnmöglichkeit und gesicherter Lebensunterhalt nachgewiesen werden. Unbefristeten Aufenthalt gewährt Österreich erst nach fünf Jahren ... Um arbeiten zu können, braucht es zusätzlich eine Beschäftigungsbewilligung. Sie ist auf zwölf Monate befristet.