Die Hospizbewegung hilft unheilbar Kranken und ihren Angehörigen
Ausgabe: 2000/16, Hospizbewegung, Schärding
18.04.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Hospizbewegung ist dabei, eine Gruppe im Bezirk Schärding aufzubauen.
Abschiednehmen fällt den Angehörigen mindestens so schwer wie den Sterbenden. Die Hospizbewegung ist bemüht, beiden Beteiligten zu helfen. In Ried wurde vor sechs Jahren die „Hospizbewegung Innviertel“ gegründet. Sie bietet Hilfe in dieser schweren Zeit an. Dass das Thema für viele Menschen interessant ist, beweist ein Informationsabend in Schärding Anfang April, an dem mehr als 50 Personen teilgenommen haben. Viele davon haben sich bereit erklärt, aktiv mitzuhelfen. Der unabhängige Verein ist natürlich auch für unterstützende Mitglieder dankbar. „Es wäre schön, wenn in Schärding eine Gruppe zu Stande kommen könnte, die sich regelmäßig trifft“, meint die Initiatorin Ingeborg Daller aus Riedau. Sie und ihr Mann sind selbst bei der Hospizbewegung Ried aktiv. Dass Sterben und Tod ganz natürlich zum Leben gehören, weiß Ingeborg Dallinger einerseits aus ihrem Beruf als Krankenschwester und Altenpflegerin, andererseits aus ihrer Kindheit: Sie hat ihre Großmutter begleitet, die zu den Sterbenden in der Umgebung gerufen wurde. Sie hat diese Leute gewaschen und aufgebahrt. Sterben hat damit den Schrecken verloren.
In Ried hat Ingborg Daller die Ausbildung zur Hospizbegleiterin absolviert. „Für die Kranken gibt es oft noch viel zu ordnen oder zu bereinigen, das sie mit Außenstehenden besser können als mit Angehörigen“, weiß Daller. Hier liegen auch die Stärken der Hospizbewegung: Sie bietet Zeit zum Zuhören und Hilfe beim Umgang mit Schmerzen an.Das Idealbild für Ingeborg Daller für den Bezirk Schärding wäre, dass sich in jeder Gemeinde ein bis zwei Menschen finden würden, die in ihrer Umgebung Betroffene betreuen könnten. Obmann Bernhard Voss bietet für Interessierte auch Informationsabende für kleinere Gruppen an. Kontakt: Büro im Rieder Hospiz St. Vinzenz: Tel. 07752/602-1655 (0663/955 58 33) oder über Ingeborg Daller: Tel. 07764/85 52.